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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 1-2 (1917) · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
1-2 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
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— 24 - 1. „Die Sdhiwertmaigen." Um die Mitte des 18. Jahrhunderts lebten in Neu-Raußnitz1) in Mähren zwei Brüder, Hirsch! und Hachum.*) Ich vermute, daß deren Vater Abraham8) geheißen hat, und, ebenso wie die Söhne, ein Schneider lederner Hosen gewesen ist. Hirschl4) scheint der ansehnlichere und kräftigere gewesen zu sein, während Hachum jedenfalls vor 1787, offenbar jung, starb. Als die Juden durdh kaiserlichen Erllaß5) genötigt wurden, sidh Familiennamen beizulegen, nannten sich beide Brüder, den Rufnamen des älteren (djer Von sl'avischen Bauern der umliegenden Dörfer immer schon so genannt worden war) ins Slavische übersetzend, Jellinek. Hirsch 1 ehelichte die M,ariem Reich, Hachum die Leah Frey. Hirschl hatte 2 Söhne, Abraham und Israel1, und 2 Töchter, Dinah und Bellla. Hachum hatte 2 Töchter, Zirl und Mal'ke, und einen Sohn, Schölem,6) welcher die Esperanza Horowitz heiratete. 1) Die Gemeinde Neu-Raußnitz ist eine der ältesten mährischen Gemeinden. Die Synagoge wurde im Jahre 1591 erbaut (s. Alois Liäman, nastin dejepisny Novehe Rousinova, S. 33). Im Jahre 1600 zählte Neu- Raußnitz 17 Judenhäuser (Kataster der Herrschaft Austerlitz von 1600 im mähr. Landesarchive). 1657 kamen acht „neugestiftete Judenhäuser" dazu. Im Jahre 1702 wurden die Judenhäuser durch einen Ausgleich mit „DominicusAndreas desz heiligen röm. Reichs Graff vonKanitz, Erbherr auf Austerlitz, Ung. Brod, Krizianov, mährisch Prusz und Banov, Ritter des goldenen Fliesses, der röm. kayl. Maytt. würklicher geheimberRath, Cammerer und'Reichs Vice Kantzler" (s. Titelblatt des hebr. geführten Grundbuches der Gemeinde N.-R., datiert Luxenburg 11. Juni 1701, angelegt 1702; vergl. Flesch, die Familie Flesch, S. 20) aus der Neu-Raußnitzer Israelitengemeinde auf 41 Conscr. Nr. und einigen kleinen unnumerierten Anbauten und Dependenzen vermehrt wurden. Vier und noch mehr kinderreiche Familien lebten in einem kleinen Hause; im Jahre 1753 zählte das Vermessungsbuch 45 „behauste Juden", welche außer von den Besitzern noch von 105 weiteren Inwohnerfamilien besetzt waren. 2) „Nahum Jelenik" erscheint im Gemeinde-Protokoll Fol. 12 (Über Familientax Dominical Domestreal u. Klassen-Steuer pro Anno 808) in der Steuervorschreibung und zahlt eine Haussteuer von fl. 11 (Nahum J. war kein Familiant). Die hebr. Eintragung lautet: Nachum b" a brg", d. h. Nachum ben Abraham ben R. G(erschon?). 3) S. Änmerk. 2, Haus Nr. 26 war im Jahre 1702 im Besitze eines „Simon Schneider" [Schimeon chajjit] (s. Grundbuch zu Nr. 26), in der Vermessung vom 31. Oktober 1787 ist „Hersehl Abraham" (Hirsch Sohn des Abraham) Besitzer dieses Hauses. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich Haus und Gewerbe vom Urahn auf den Enkel vererbten. *) In den Raußnitzer Gemeindebüchern nur zur näheren Bezeichnung seines Sohnes m ,T3 omax (Gemeinde-Protokoll 1808, S. 104) angeführt. 5) Im Jahre 1780; vergl. Scary § 94. 6) Scholem, Salamon Jelinek, Erstgeborenen sucht im Alter von 31 Jahren im Jahre 1798 (Anmeldungs-Protokoll Buch I, Fol. 1) um eine erle-

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