Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 1-2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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- 26 — c'hend, ein lederner Hosenschneider" werd.'en, fühlte abei, bei seinem kräftigen Körperbaue, seiner Lebhaftigkeit, seiner entschieden natürlichen Begabung, zu dieser Beschäftigung keinen Beruf in sich. Er sprang bald aus, und trat, nach (im Dreispitz, mit Paradedegen und Zopf) erreichter Bar Mizwah, im Jahre 1800 in das Geschäft des reichsten Mannes in dem kleinen Orte, des Isaak Bloch1) ein. Bloch, schon damals im Greisenalter stehend, gewann den treuherzigen, lebhaften, und dabei grundehrlidhen und hübschen Jungen so lieb, daß dieser in Brünn, wo der eigentliche Sitz Von Blochs Rohproduktengeschäft war, stets die Schlafstube seines Chefs teilte und in jeder Richtung der Vertraute dies alten Mannes war, dermaßen, daß er beispielsweise bei der Abfassung seines Testamentes anwesend war, in welchem ihm, außer seinen bei Bloch liegenden Ersparnissen, ein, die gleiche Höhe betragendes Legat ausgesetzt war. Es sollte die Sparsamkeit des Jungen aneifern, der außer einem Beitrage zum elterlichen Haushalte, lediglich einen kleinen Betrag dazu verwendete, einen Privatlehrer zu bezahlen, um etwas besser Schreiben und Rechnen zu erlernen, als Enzian es ihn lehren konnte. Die kriegerischen Ereignisse von 1805 spielten sich unmittelbar in und um Raußnitz ab und blieben in Nach'ums klarer und, in Anbetracht seiner geringen Bildungsstufe, erstaunlich verständnisvoller Erinnerung. Eine Episode rJlegte er lachend zu erzählen: Line kleine französische Reiterabteilung, geführt von einem elsässischen Offizier, trabte durch den Ort; der Offizier fragte Nachum, wo der kürzeste Weg (abseits der Heerstraße) nadh Austerlitz führe. Nachum gab Bescheid, worauf der Offizier ihm befahl', sie bis zur Wegscheide zu begleiten. Nachum folgte diesem Befehlt ohne Widerspruch. Der ganze Ort zitterte um den allseitig beliebten Burschen, so lange er ausblieb. EndTidh kehrte er wieder und mußte seine Ergebnisse erzählen. An der Wegscheide musterte ihn ein jüngerer Soldat, sagte ihm am Grenzsteine „prenez place", zog ihm seine fast neuen Stiefel aus und gab ihm dafür seine zerrissenen, in 'denen Nadhum bei der bitteren Dezemberkälte von 1805 durch Schnee und Eis heimtrabte. Bei der Erzählung l) Im Chewra Kadischa Protokoll S. 5t a findet sich folgende Eintragung: S'topn tepro rin v*aiD p) iwa Skw ,ts pst\* iV»n Das Kind Isak Sohn Israel, Sohn Isak (nachdem der Großvater mit Eulogie für Verstorbene angeführt wird, so dürfte das K fcS^K sein und der Enkel den Namen-des verstorbenen Großvaters fragen). Daß sich diese Eintragung auf Isak Bloch bezieht, geht aus einer Begräbnisplatzerwerbung (ibid.) am Sonntag, 8. Sivan 5563 (1803), hervor. Daß Isak Bloch im Jahre 1800 schon im Greisenalter stand, scheint nicht zutreffend zu sein, denn er wird im Jahre 1749 „Kind" genannt.