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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 1-2 (1917) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
1-2 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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weilt 'haben, »aber das eigentliche Land seines damaligen Aufenthaltes war Rumänien. Es wird sich auch bald zeigen, wa^n er Rumänien verließ, oder richtiger, verlassen mußte; denn E. wurde aus Rumänien ausgewiesen. Nach dem, was ich selbst in Zbaraz hörte und was mir auch mein dortiger/ Gewährsmann bestätigte, erfoljgte E.s Ausweisung auf Grund einer Denunziation seitens der Chassidim, deren Rabbiner er öffentlich verspottet hatte. III. Schon früher tijatte E. in einer Satire seinem Aerjger über die großartige Lebensführung und über, den Luxus der Chassidimrebbes, der sogenannten Riziner,1) Luft gemacht, die es verstanden, Asa Vermögen sich zü schaffen, Zu.leben!wie die größte Lat, Wie Fürschten ün wie Grafen Gütt zü trinken ün gütt zü essen, Zü fuhren isftazieren £n [Kiajelssen.2) N. S. 141, {147). Nun ereignete sich etw(as Besonderes, was E. erst recht Wasser (auf seine Mühle gab. Einer der Riziner, der den Namen seines Ururgroßvaters R. Bär führte und von den Chassidim R. B ä r e n j u genlannt wurde, hörte auf einmal .auf, die Chassidim zu empfangen. Als das Gerücht verbreitet wurde, daß er mit Missionären verkenne und vom Judentum abfallen wolle, wurde er zu Anfang des Jahres 1869 aus Leowa in Rumänien, wo er bis dahin seinen Wirkungskreis hatte, zu seinem ältesten Bruder in Sadagora gelockt, wo er in einem Zimmer allein, von lal'ler Welt abgeschlossen, gehalten wurde. Durch Intervention der Behörde wieder freigegeben, hielt er sich! dann zwei Monate in Czernowitz auf, wo er die besondere Gastfreundschaft eines! Dr. R e i t m a n n genoß. Von dort aus dementierte er in einem hebräischen Rundschreiben das Gerücht, daß er vom Judentum abfallen wolle, und erklärte, daß „Toren, die hinter dem Ofen sitzen, von ihm verbreiten, er sei ein anderer Mensch ge- *) Sie wurden genannt nach ihrem Vater, R. Srultsche Riziner, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aus Rizin in Rußland nach Sadagöra in der Bukowina kam und sich dort niederließ. Er war ein Urenkel des Meseritscher Rabbi Bär, des Jüngers und Nachfolgers des berühmten R. Israel Baal Schern (Beseht), und hatte sehr viele Anhänger. Nach seinem Tode wurden seine vier Söhne von den Chassidim als Rabbis anerkannt und verehrt. 2) Kalesche. Mitteilungen z. jtid. Volkskunde 1£17, 1—2. 2

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