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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 1-2 (1917) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
1-2 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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— 8 — Volkslieder in polnisch-jüdischer Mundart mit hebräischer Uebersetzung, und eine kleine, Makkel C hob Ji m, Volkslieder in jüdisch-deutscher Sprache mit hebräischer Uebersetzung. Makkel Noam besteht aus vier Teilen, von denen der erste im Jahre 1865 in Wien (2. Auflage,-Lemberg 1869), der zweite 1868, der dritte 1873 und der vierte 1878 in Lemberg erschienen ist; Makkel Choblim wurde 1869 in Przemy£l gedruckt.1) Die Namen „Makkel Noam" (Stab der Milde) und „Makkel Choblim" (Stab der Strenge) entnahm er idem Propheten Sacharia (11, 7), indem er, wie er selbst erklärt, in dem ersten Werke mit dem Stab der Mildfe das jüdische Volk auf den richtigen Weg hinweist und in dem zweiten mit dem Stab der Strenge gegen einige Anführer der Chassidim auftritt und sie als Verführer und Verderber des jüdischen Volkes bezeichnet. Wir sehen also, daß E. höhere Ideale hatte, daß er sich nicht damit begnügte, seine geistige Ware zu Markte zu tragen. Ja, er glaubte, daß seine Lieder „in den Herzen des Volkes Furchen ziehen würden, geeignet, mit Gottes Hilfe Früchte zu tragen."2) Da er — wie wir gesehen haben — in dem Vorwort zum ersten Teile seines M. N. selbst angibt, daß er damals bereits sieben Jahre seine Lieder gesungen hatte, so datiert sein Beruf als Volkssänger iseit dem Jahre 1858. Sein Aufenthaltsland blieb nach wie vor Rumänien. In dem genannten Vorworte spricht E. nur von Rumänien. Sein Spottlied über die Kaufleute von Braila (I. Teil, S. 83—89), das hier bereits erwähnte Gedicht: „Die Moldauischen über die Poilischen" (das. S. 103—108) und „Geschichte vün Galatz" (S. 151 bis 164), tragen es an der Stirne, daß sie in Rumänien entstanden sind. \ Es muß demnach sehr auffallen, daß Leo Wiener, der unserem Dichter in seinem „The History of Yiddisch1 Literatur e in the nineteenth Century, London 1899", ungefäWr drei Seiten (77—79) widmet,3) nur von dem Süden Rußlands spricht, wo E. als Volkssä'nger aufgetreten sei. Er wird wahrscheinlich auch1 in Bessarabien vorübergehend ge- *) Von diesen Schriften konnte ich nur den ersten Teil des Makkel Noam utid den Makkel Choblim käuflich erwerben, den 4. Teil des M. N. erhielt ich leihweise von Herrn Prof. G. Dal man, Jerusalem, dem ich auch hier bestens danke. Hingegen sind die Teile II und III des M. N. nicht mehr aufzutreiben. Auch aus Weißbergs Publikation ist zu ersehen, daß er die Teile II und III des M. N. nicht vor sich hatte, da er in seiner sonst sehr gelungenen Charakteristik eines großen Teiles von Ehrenkranz' Liedersammlung auf diese Teile gar nicht eingeht. 2) Siehe seine Einleitung. 8) P i n e s, Histoire de la litterature judeo-allemande, Paris 1908, weiß von unserem Dichter nichts mehr zu berichten, als daß er ein Vorläufer Zunsers war!

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