Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 1-2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 7 — Ich bet dich', gib mir zü verstehn, Wie Ikümmstü a Wer? Wenn dü willst BehenrV) sehn Hostü in StuWdt vielmehr! Ja, antwortet der Dichter, wenn meine „Beh'emis" so verstummen möchten wie deine Kühe, könnte ich mit ihnen noch auskommen, jene reden aber immer fort und tun, was sie wollen. Jedoch sang E. immer weiter und erzielte großen Beifall1 und auch materielle Erfolge. Er sang in Kaffee- und Weinhäusern, in Restaurants und Gesellsohaftszirkeln. Seine Lieder zeichneten sich vor allem durch beißenden Humor aus. Der Spott war immer seine stärkste Seite. Am meisten aber bewunderte man in ihm die seltene Geschicklichkeit, aus fdem Stegreif zu dichten, den ungewöhnlichen Dichtungsstoff in hebräische Reime zu bringen, selbst zu komponieren und in einer anziehenden Weise vorzutragen. Er wurde dJa- Wer in 'kurzer Zeit ein berühmter Mann und verdiente" — wie mir mein Zba^^z^r Gewährsmann mitteilte — ,,an einem Abend mehr als hundert Gulden, die unter guten Brüdern2) ebenso schnell verschwanden". Er hätte ein großes Vermögen sammeln können, wenn er nicht so unmäßig und verschwenderisch gelebt hatte. Außerdem war er gutherzig un'd mildtätig, ein Umstand, der ihm wohl1 Ponularifät, aber keine Güter verschaffte. Ebenso wenig haushälterisch war er in Bezug auf seine geistigen Erzeugnisse. Er erzählt uns nämlich in der genannten Einleitung, daß seine Freunde in ihn drangen, seine Lieder durch dien Druck zu veröffentlichen, damit sie nicht von Toren und Unwissenden entsteift und von herumfahrenden, ordinären Bänkelsängern als ihr Eigentum ausgegeben würden. Sie sagten zu ihm: „Wie kannst 'du nur zusehen, wie die Kinder deines Geistes sterben un'd in Vergessenheit geraten? Warum verschenkst du deine Gedichte" an gewissenlose Menschen?" So wurde ihm, als er an einem Orte zum erstenmal1 seine Lieder vortrug, zugerufen, er solfe sicW doch nicht mit fremden Federn schmücken, da dieses Licfd hier schon von einem andreren Sänger vorgetragen worden sei. Dem Rate seiner Freunde sowohl als auch seinem eigenen Wunsche, daß seine Lieder in die breiten Massen der indischen Bevölkerung dringen möchten, folgend, begann E. im Jairre 1865 seine Lieder in Jiddisch1 und Hebräisch zu veröffentlichen. Es erschienen demnach zwei Liedersammlungen, eine große, hier bereits erwähnte, Makkel Noam, 1) Tiere. 2) in Gesellschaft mit guten Freunden.