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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 68

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 68 (sequence 70)
Language
German
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— 68 - und Juda ha-Levi sagt in einem Pismon zum neuen Jahr: Heute werden die Heere gerufen und die Welt vor Gericht gestellt; heute begann Gott zu zeigen die Kraft seiner zerschmetternden Rechten1). In einem Klageliede apostrophiert er die Erde, sie gebe mit der Linken Freuden und mit der Rechten spanne sie den Bogen des Todes2) und in einem anderen klagt er: Wer wird den Bund lösen, wenn seine Rechte erschlafft3). Auch Moses ibn Ezra spricht von einer das Leben abschneidenden Rechten Gottes, von einer die Wolken verdunkelnden Wolke seiner Rechten4) und im Jozer, wie auch in der Selicha wird öfter von der mächtigen, unbegrenzten Rechten Gottes gesprochen5). Ebenso wird auf Grund der entsprechenden Bibelstellen die Rechte Gottes die gerechte, schützende, helfende genannt und auch Moses ibn Ezra erwähnt öfter die Gabe der Rechten Gottes6). In der Selicha zum Fasttage des 10. Tebeth werden die drei Unglücksfälle aufgezählt, welche am 8., 9. und 10. Tage dieses Monats über Israel herangebrochen sind. Das erste war die griechische Uebersetzung der h. Schrift, die Septuaginta. Darüber klagt der Dichter: Er zerdrückte mich am achten links und rechts7). Dieselbe Bibelstelle, worauf diese Worte hinzielen' sollen, wird bei einem anderen Dichter verständlicher wiedergegeben: Sie (die Thora) bestimmt mit ihrer Rechten alle Tage der Erde, mit ihrer Linken wiegt sie Reichtum, Ehre und Segen8). Ferner sagt die h. Schrift von der Thora, sie sei ein Lebensbaum denen, die an ihr festhalten; nach dem Dichter „Heilung und Mark denjenigen, die sie festhalten und sich damit befassen"9). Der in der Agada oft gebrauchte Ausdruck: Gott streckt seine Rechte aus, wird in der Poesie allgemein in der passiven Form gebraucht. „Deine Hand ist deinen Geschöpfen ausgestreckt sagt Meir b. Isak in seiner Hymne10). „Die Stütze deiner ausgestreckten Rechten ist bereit, aufzunehmen, die auf den Weg der Sünde abirrten" — sagt ein andererll). Auch Juda ha-Levi gebraucht *) Divan III 252; 5—7. 2) Das. n 97, vgl. Ps. 16, 11; 21, 13. 8) Das. 128,19. 4) Tarschisch ed. Günzburg 19—220, 27—5. 6) TSM *m Seiich. «na tmStf; WtifcJn 'ptP Jozer "tfc SWtiD. 6) Tarschisch 15—166, 24—3. ' 7) Baer, ^8*712^ rfVte? erklärt, rechts und links beziehe sich auf die Bibelstelle Prov. 3, 16, wo von der Thora gesagt wird, in ihrer Rechten sei langes Leben, in ihrer Linken .Reichtum und Ehre. 8) Schekalim ffit 9) ÖSTOTr»! ÜtTp^mA -np^l KB^fc Jozer n«. s. Prov. 3, 18. Auch Ps. 137, 5 heißt im Jozer SiaWtt roiön "jitDTöK dtf ^tf V. Sabb. nach Peß *»n^ö und hierauf zielt Juda ha-Levi ^tftolüto Wffl tDlDtf Divan II 10-55. Ps. 137, 5 wird von Immanuel ebensogut auf die Geliebte, wie von Gabirol auf den verstorbenen Freund angewendet. Maehb. 246, Dukes a. a. 0. 33. fDlön nrcw rion tut ü^ep. 10) Jozer I Sabb. nach Peß. 3Wn. u) Isak b. Moses ha-Levi, Jozer Sabb. vor Neujahr d^il^Ä.

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