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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 67

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 67 (sequence 69)
Language
German
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- 67 — das Netz fängt1). Und um die Erfüllung der Prophezeiung desselben Propheten bittet der Dichter: Breite aus nach links und rechts die Heere der Söhne Benjamins2). Ebenso wird gewarnt, vom Gesetze nach keiner Richtung hin zu weichen. Wenn meine Kinder — sagt Gott — das Gesetz der Rechten halten, weichen sie weder rechts noch links3). Auch Immanuel verspricht in einem Gebete, daß er nach rechts gehen werde, wenn die Törichten nach links weichen4). In derselben Bedeutung wird bei den Dichtern die Hifil-Form angewendet, wie Jes. 30, 21. Huldiget dem Hohen und Erhabenen, ob ihr euch nach rechts oder links wendet5). In einem Pismon bitten wir Gott: Wenn du mich richtest, wende dich zu meiner Rechtfertigung nach links und nach rechts6). Juda ha-Levi sagt von der Welt: Wenn diejenigen, die rechts gehen wollen, nach links gehen, oder die sich nach links Wendenden nach rechts gehen, hat an ihrer Schönheit nur die Weisheit Gefallen7). Und vom Endziele des Lebens sagt er: Da der grimmige Tod naht, warum sollst du rechts oder links vom rechten Wege weichen8)? In dem witzigen Gedichte „der Gürtel" sagt Immanuel, da ihm die Geliebte die Wahl läßt, ob er die Hälfte oberhalb, oder die unterhalb des Gürtels wolle: „Als ich dies hörte, wußte ich nicht, ob ich mich nach links oder nach rechts wende4*9). Ein jüngerer Dichter, Josef b. Meir Zabara, sagt: Freund, ob ich mich nach rechts oder nach links wende, kann ich kein Vertrauen zur Zeit haben; ich finde nur stöhnende Freunde und die links zu rechts machen10). Auch Salomo Ibn Gabirol klagt: „Ich war unter einem Volke, das meine Linke für die Rechte hielt", d. h. es war unwissend11). Jesus wird der Ausspruch zugeschrieben: Wenn ihr nicht das Rechte macht wie das Linke und das Linke wie das Rechte und das Oben wie das Unten und das Hinten wie das Vorn, werdet ihr das Himmelreich nicht erkennen12). Von der Kraft der Rechten Gottes läßt ein Dichter (Josef) Gott selbst sagen: Ich werde Rache nehmen an meinen Feinden und werde sie mit meiner Rechten ausrotten13). Isak, wahrscheinlich der Selicha-Dichter, versteht unter dem göttlichen Arm, der das Seeungeheuer (Egypten) zerschmettert (Jes. 51, 9), den rechten14) x) "ttn Titti ^«aiött inD TO*» TO Tw- T5D^ ^nn- 2) Machz. Vitry 455. 'pft-on fordert der Reim zu "nft^. 3) Das. 578. 4) Machb. 245. ed. Berlin. 5) Machz. Vitry 'n "Ol 'ß'W^n *>i I^W tfttftl tn 187. 6) i-!DWm ttVitfoiött TpTC^ ^swn Tw. ^ararr. 7) Divan 1225, 55. Nach Jes. 30, 21 WQKn «o gebildet 5tOT3Ö«3 Yr&OTB'» TO. 8) Das. I 248,' 10. 9) Machb. 37. 10) Sefer Shaashuim ed. Davidson 144. 11) Dukes, nfcrjtt) "nUD 1. vgl. Jonah 4, 11. 12j Hennecke, Neutestam. Apokr. 10. Aehnlich Mischnah Chag. II. 1. Tiritf^ irrtn tPjöS H12 und Sefer Jezirah neben ^KttlBI. "p*r 13) Jozer I. Sabb. nach Peß. ifT^S. 14) Das. ytob

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