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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 65

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 65 (sequence 67)
Language
German
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- 65 — der rechten Hand ein männliches1). Will man beim Würfelspiel gewinnen, so mache man den rechten Daumen im Munde naß und schreibe damit ein Kreuz unter das linke Knie2). Auch beim Kartenspiel links herumgehen ändert das Glück3). Die Papu in Neu Guinea messen mit dem ausgespreizten Daumen und dem Zeigefinger die Länge des linken Armes bis zur Schulter und sehen es als ein gutes Zeichen an, wenn beide Maße an demselben Punkte ankommen4). Wer am rechten Arm einen Hasenfuß trägt, dem bellen die Hunde nicht nach5). Sieht man das erste Viertel des Mondes über der linken Schulter, so geht einem alles verkehrt; sieht man es zuerst über der rechten, so hat man Glück6). Wenn man Getreide säet, soll man mit dem rechten Fuß antreten und sprechen: Walt Gott!7). Ein Kind darf mit den Füßen nicht nach hinten ausschlagen, weil es damit seine Eltern verflucht, und zwar den Vater, wenn es den rechten, die Mutter, wenn es den linken bewegt8). Als schlechtes Omen wird es angesehen, wenn man auf der Reise eine zur linken Seite weidende Schafherde antrifft, da man am Ankunftsorte nicht gerne gesehen wird9). Wenn man vom Keitpferde rechts herabsteigt, was Unglück bringen kann, soll man über das Pferd wegspucken10). Es wurde schon oben erwähnt, daß in günstigen Zeiten bei der Verlosung der Ziegenböcke am Jörn Kippur das Los für Gott immer zur rechten Seite gezogen wurde, aber schon vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels wurde es stets links gezogen, ein Umstand, der die herannahende Katastrophe ahnen ließ11). Gewöhnlich bewegt sich der Körper beim Gebete von hinten nach vorn, aber am Sabbatabend, wenn man den 144. Psalm rezitiert, soll man sich von rechts nach links schaukeln. Es heißt auch daher „Quergebet"12). Von den Salomo-Sagen nimmt einen bedeutenden Teil sein Thron in Anspruch. Dieser hatte nach Angabe der h. Schrift (1. Kö. 10, 20) auf jeder Stufe zwei Löwen. Diesen gegenüber sollen aber auch Adler gestanden haben, und wenn der König auf die erste Stufe trat, so streckte der Löwe seine rechte Tatze, der gegenüber stehende Adler seinen linken Flügel aus und der König stützte sich auf sie. Auf der zweiten Stufe breitete wieder der ') Am Ur-Quell 1892, 146. Erinnert an *"DT und fnpa im Sohar, das recht und link bedeutet. 2) Das. 1894, 261. 3) Das. 1894, 259. 4) Das. 1896, 88. Auf das Grab soll man die linke Hand legen, J. Low, Die Finger 11. aus Birke Josef. 6) Mitteil. 1907, 132. 6) Am Ur-Quell 1890, 111. 7) Das. 1894, 25. 8) Mitteil. 1908, 41. 9) Am Ur-Quell 1892, 108. 10) Das. 1892, 57. ") Joma 39 b. ") Mitteil. 1898,108. Mitteilungen z. jüd. Volkakunde 1916, 8—4. 5

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