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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 58

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 58 (sequence 60)
Language
German
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— 58 — setzen will und sage jedesmal: Im Namen nahal (Bach), das in den Worten: „er bewahrt die Gnade Tausenden" (Ex. 34, 7) enthalten ist. Nachher berühre man mit den eingetauchten Fingern den Mund und gehe mutig ins Wasser, wiederhole aber stets: Aus dem Bach am Wege trinkt er (Ps. 110, 7)1). Wenn man einen Diamanten an den linken Arm knüpft, so besiegt man den Feinde vertreibt wilde Tiere, böse Menschen, Dämonen usw.2). Ein anderer Stein wieder — Jtiti — am linken Arm einer schwangeren Frau getragen behütet vor Abortus3). Hängt jemand die Zunge eines Auerhahns auf sein Herz von rechter Seite, besiegt er seine Gegner, wären diese auch Könige oder Fürsten4). Ein Amulett zum Schutze gegen Feinde, Hexen. Schlangenbiß, Dämonen usw. wurde auf dem linken Arm getragen5). Wenn du in deinen linken Schuh unter den Fuß die getrocknete Zunge eines Wiesels legst, wird dein Feind keine Macht über dich haben6). Um über seine Feinde im Prozeß zu triumphieren, trage man einen Sporn vom rechten Hahnenfuß bei sich7). Wenn Gefahr droht, besonders bei gepaarten Zahlen, von bösen Geistern überfallen zu werden,, so. nehme man den rechten Daumen in die linke Hand, den linken in die rechte und zähle: „Ihr und ich sind drei". Hört mau aber eine Stimme, die sagt: „Ihr und ich sind vier", so antworte man: „Ihr und ich sind fünf" usw. bis es dem Dämon lästig wird und er weitergeht8). Wollte man den bösen Geist aus dem Körper jagen, so zwang man ihn, seinen Weg durch die kleine Zehe des linken Fußes zu nehmen9). Ein vorsichtiger und beherzter Bräutigam kann sich am Hochzeitstage für allemal die Herrschaft im Hause sichern. Unter dem Trauzelt während der sieben Segenssprüche trete er mit dem rechten Fuße auf den linken der Braut und er wird Herr im Hause sein. Setzt die Braut ihren linken Fuß auf den rechten des Bräutigams, so hat sie die Herrschaft an sich gerissen. Es kam vor, daß ein Bräutigam auf diese Weise zur Macht gelangen wollte, die Braut erzählte es ihrem Vater, der ihr als Gegenmittel empfahl, sie möge in der prima nox ihren Gatten um ein Glas Wasser schicken und sobald er es bringt, ist es auch schon um seine Herrschaft geschehen10). Nach ostpreußischem Glauben erlangt diejenige Ehehälfte die Herrschaft im Hause, die in der Brautnacht beim Schlafen den rechten Fuß *) Midr. Talpij. 239b. s. v. Jjv Die Anfangsbuchstaben von "iDtl litis frzbtib niachen ^fis. 2) Das. 16a. 3) Das. 17 b. 4) Mitteil. 1911, 128. 5) Das. 1906, 112. Ueber Amulette s. Blau, Zauberwesen 77 ff. G) Mitteil. 1911. 128. 7) Das. 1900, 32. 8j Peßach. 110a Blau, a. a. O. 69. Es geschah, daß der Dänion vor Zorn zerplatzte. 9) NiscWth Chajjim IV 20. 10j Midr. Talpij. 168b, Mitteil. 1907, 121 ohne Angabe der Quelle.

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