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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 54

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 54 (sequence 56)
Language
German
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— 54 — es davon ab, welche Stellung man einnimmt. Der griechische Vogelschauer blickte nach Norden, er hatte demnach die Rechte gegen Osten und dieser bedeutete ihm Glück, der Westen Unglück. Der Römer wieder kehrte sich nach Süden, seine Rechte war der Westen. Der Jude blickt nach Osten, seine Rechte ist der Süden,, aber glückbringend ist auch der Norden, denn von dort kommt das Gold (Hi. 37, 22). Daher stand im Heiligtum der Tisch der Schaubrote nördlich, weil von dort der Reichtum kommt, von dort auch der Regen auf die Gräser fällt, um die Bewohner der Welt zu ernähren. Auf der Südseite steht die Lampe, denn von dieser Seite dehnt sich die Straße des Lichtes und dort sind die Schätze der Weisheit, die dem Lichte gleichtSpäter wurde der Norden zum Aufenthalt der Dämonen. Schon Nachmani sagt,, daß der Prophet Jeremia, der das Unglück vom Norden heranbrechen läßt (1, 14), nicht bloß auf den babylonischen König abzielt, sondern allgemein das strafende Gericht von der linken Seite stamme (Ex. 32, 1). Diese Seite ist der Norden, der infolge des kalten Klimas wüst ist und sich daher zum Wohnort der Dämonen: eignet-): Wahrscheinlich mit Rücksicht auf den glückbringenden Süden wird mit Nachdruck geraten, das Bett zwischen Süd und Nord aufzustellen, damit man Söhne bekomme und die Frau gegen Kinderverlust geschützt sei3). Auch soll während der Zirkumzision der für Elijah bereitete Stuhl zwischen Nord und Süd stehen4). Da der Norden oder die linke Seite Unglück, der Süden oder die rechte Seite Glück bedeutet, so knüpft sich an diese beiden Seiten verschiedener Aberglaube, wofür einige Beispiele angeführt werden. Die h. Schrift verbietet den Glauben an Zeichendeuterei (Lev. 19, 26). Es ist daher verboten, ein schlechtes Omen darin zu suchen, wenn man von Ost nach West geht und ein Hirsch kreuzt den Weg von Nord nach Süd; wenn man eine Schlange zur Rechten, einen Fuchs zur Linken sieht5). Nichtdestoweniger suchte man nach verschiedenen Mitteln, um in solchem Falle dem 1) Ps. Jonath. Ex. 40. 4 "jTiUlö^Ä Straße s. Krauss, Lehnw. 2) Lev. 17, 7 Sie heißen darum Ü^TO, weil ihr Wohnsitz an öden Orten TUTO ulp72 ist. Jalk. Jerom. 263. Dort ist die Wohnung der Dämonen, Pirke R. El. 3. Näheres s. ZDMG XXI 608 ff. Nach parsischer Vorstellung hausen die Daevas im Norden. Kohut, Angel. 57. Nach einer Sage soll sich Gott nach der Schöpfung im Osten, der Teufel im Westen niedergelegt haben, um auszuruhen. Dähnhardt, Natursagen I 43. Bei den Babyloniern wurde die Nordseite mit schwarzer, die Südseite mit weißer Farbe bezeichnet. T. Canaan, Abergl. u. Volksmed. usw. 59. 3) Berach, 5b. Nach Raschi und Toßaf. hat dies einen ästhetischen Grand. Da die Schechinah sich im Osten oder im Westen aufhält, soll dasßett nach einer anderen Richtung stehen. Zur Bekräftigung dieser Ansicht dient Ps. 17, 14. 4) Lipechitz, rfDN rn^Q 41a. 5) Sanh. 65 b Sifre 107a Friedm. Jore Deah 179, 3. Gegen einen vorüberlaufenden Hasen ist das beste Mittel ausspucken, am Ur-Qaell 1892, 57. Ausspeien bricht den Zauber. Blau, Zauberwesen 61. 144 f. Maim. Hilch. Ab. Zara VI. XL

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