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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 50

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 50 (sequence 52)
Language
German
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— 50 — will, soll gegen Norden aufstehen, dort wird das Lager Gabriels getränkt, mit ihm Dan und zwei andere Stämme. Triumph, der rechte Schenkel gehört Nuriel, ihm gesellt sich Rüben mit zwei Stämmen; endlich Glorie, der linke Schenkel, bezieht sich auf Rafael, dem Efrajim und zwei Stämme angehören1). Diesen vier Erzengeln wird in der Wüsten Wanderung der zwölf Stämme eine andere Richtung angewiesen5 Michael geht voran gegen Osten, Rafael gen Westen hinter dem Lager, Gabriel südlich zur rechten, Uriel nördlich zur linken Seite.2). Daß Michael und Gabriel nicht immer denselben Platz einnehmen, geht auch aus deife h. Schrift deutlich hervor. Da steht einmal Feuer vor dem Hagel (Ps. 148, 8), einmal Hagel vor dem Feuer (Ps. 18, 13), dies beweist, daß manchmal Michael, ein andermal Gabriel der Vorzug gegeben wird. Steht Michael zur rechten Seite, wie in den meisten Fällen, vertritt er den Hagel und das Wasser, Gabriel das Feuer zur linken Seite. Kommt Michael das Feuer zu, so erhält Gabriel zur Rechten den Hagel. Es kommt nämlich darauf an, welche Mission der betreffende Engel übernommen hat. Wer von ihnen zum Wohle Israels wirkt, steht immer zur Rechten und wird Hagel genannt, während sich der andere auf die linke Seite stellt und zu Feuer wird. Uebrigens findet sich dieser Wechsel der Rollen auch beim Hohenpriester Ahron, der erst zur Rechten Moses' saß, dann setzte er sich auf die linke Seite und überließ die rechte seinem Sohne Eleazar3). Nach einer nichtjüdischen Sage entstanden Michael und Gabriel aus zwei Tränen Gottes. Ersterer steht zu seiner Linken, letzterer zu seiner Rechten4). Die übrigen Engel verdanken ihre Existenz einem anderen Umstände: Gott soll einen Feuerstein in zwei Teile gebrochen haben: das in der Rechten befindliche Stück behielt er für sich, das in der Linken gab er Sataniel. Beide schlugen auf den Stein und es entstanden Engel. Nach einer anderen Variante schlug der Teufel mit der Rechten auf einen Stein und schuf Engel, dann mit der Linken und es kamen Teufel hervor5). Wie aus den bisher angeführten Stellen hervorgeht, zieht die Kabbala rücksichtslos Halacha und Agada in ihr Bereich, bear- *) Das. I 26 b. Die vier Sephiroth: Tön, rTYDä, fi£D, Tin. 2) Midr. Konen Ende. Diese Einteilung findet ihre Berechtigung durch, folgende Erklärung: Am roten Meere sang Moses ifa und vor seinem Tode sagte er *pK (Dt. 33, 26), aus ifc und ^>0 entsteht ^fiOifc. Rafael ist berufen Israel Heilung zu bringen und seinen Namen deutet tfD*! ^tf an (Nu. 12, 13). Gabriel, auf dessen Seite Juda ist, wird in TD} b& (Jös. 9, 5) angedeutet. Endlich Oriel ist — Tin Licht Gottes. 3) Midr. Talpij. 57 a s. v. Zu Hiob 25,2 bemerkt schon Raschi TüuTi ist Michael, T"iD1 Gabriel. Nu. r. 12, 8 ist Mich, aus Schnee, Gabr. aus Feuer. Tanch. iöjpI 6 (Lublin) ist Mich, aus Wasser. Targ. z. St. läßt irrtümlich Gabr. aus Wasser sein, s. Peß. Buber 3 a Note 47. Auch Zohar III 12 b: JT^-j KTiO^ 8T1 fiTfcft J"P*T1 NTlö*1 NT, obzwar dieselbe Hiob-Stelle sich auch auf Abraham und Isak beziehen kann und die Frieden stiftende dritte Person Jakob ist, das. 4I D'ahnhardt. Natursagen I 31. 6) Das. 45, 47.

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