Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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— 48 — R. Jehuda von Seiten der Stärke geben. Nun aber ist dies die linke Seite. Damit daher die Thora von der rechten Seite ausgehe,, und um auch dem Bibelwort gerecht zu werden, läßt er die Linke zur Rechten werden, denn es gibt Fälle, wo die Rechte zur Linken wird und umgekehrt1). Diese zwei Sephiroth enthält auch der Gottesname Elöhlm. El rechts nährt sich von der Gnade, im links von dem Gerichte und der Buchstabe h in der Mitte repräsentiert das Herz2). Von der rechten und linken Seite Gottes wird oft gesprochen. Wie es im Himmel ist, so ist es auch auf Erden. Oben gibt es eine rechte und linke Seite, unten sind dies Israel und die Völker. Israel verbindet sich rechts mit der Heiligkeit des heiligen Königsr die Völker links mit der Seite des bösen Geistes3). Heil dem Lose Israels — ruft R. Abba aus — denn sie stehen hoher als die götzenanbetenden Völker. Jenen gebührt die obere, diesen die untere Stufe; jene sind auf der Seite der Heiligkeit, diese auf der der Profauheit: jene sind rechts, diese links. Beim Untergang des Heiligtums siegte die Linke über die Rechte. Wenn aber Gott das Heiligtum wieder aufbauen und die Weltordnung herstellen wird, wird die linke Seite von der Welt ganz verschwinden4). Tun die Menschen Gutes, so ziehen sie die Rechte Gottes an sich. Rechts und links entstehen Wächter, die die Menschen bewachen und so wird der Linken ihre Gewalt entzogen. Tun aber die Menschen nicht Gutes, so entfesseln sie alle Elemente der linken Seite, Schlangen und Heiden werden zu Vollziehern der Strafe. Sündigt aber Israel, so wird auch da die Rechte von der Linken überwunden und es wird von Schlangen, Heiden und dergleichen» die der linken Seite angehören, heimgesucht, jedoch nie von Israel selbst, da es auch in seiner Schuld doch immer an der rechten Seite haftet5). Bei der Schöpfung nahm Gott drei Feuertropfen, die die ganze Welt mit Wasser, Licht und Feuer füllten. Als Gott zu seiner Rechten Feuer, zu seiner Linken Licht, unter sich Wasser sah, mischte er je zwei Elemente zusammen und aus der Mischung von Feuer und Wasser entstand der Himmel usw.fi). Zur Rechten Gottes ist nach anderer Ansicht Feuer und zur Linken Hagel. Das Wasser hat eine größere Kraft als das Feuer, daher räumte Gott dem Schwächeren die rechte Seite ein, weil er zur Rechten des Armen steht (Ps. 109, 31)7). Zur Rechten Gottes sind die J) Das. II 81 a. I 48 b tfS^:^ "■n'nna oder nTrintf heißt: sie wurdezur Rechten. Auch die Aggada läßt die Thora von der Rechten Gottes ausgehen, s. oben. ') Midr. Talpij. 37 b. *) Zohar I 163 b III 119 a. 4) Das. I 163 b. Die Idra rabba spricht dem „verborgenen Alten" die Möglichkeit einer Linken ab, der ist ganz recht, das. III 129 a. 8J Das. III 36 b 37 a. c) Midr. Konen Anf. . 7) Chcchmath ha-nefesch 22 b.