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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 47

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 47 (sequence 49)
Language
German
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— 47 - Gefährten, den bösen Trieb, eilt er auf ihn zu er steht demnach wieder auf der linken Seite und so entgeht der Mensch dem sicheren Tode, da er zur Linken die Mezuzah hat und der Dämon wieder keinen Schaden anrichten kann1). Ebenso wird die Vorschrift, daß beim Priestersegen die Rechte sich über die Linke erhebe, auf folgenden Grund zurückgeführt: Von der rechten Seite kommt aller Segen der Weit. Der Priester erhält den ersten Teil, daher ist er berufen Segen zu erteilen. Wenn er nun seine Hände ausbreitet, um das Volk zu segnen, kommt die Schechinah, ruht auf ihm und füllt seine Hände. Erhebt sich die Eechte über die Linke, so wird diese unschädlich gemacht und der Segen verbreitet sich über alle Stufen2). Das Uebergewicht der Rechten deutet aber auch die Erlösung Israels aus den Händen der Söhne Ismaels an. Denn der heilige Name ist zur Rechten, die Lehre ist auch zur Rechten, und so hängt «lies von dieser ab. Daher muß sich die Rechte über die Linke erheben3). Von besonderer Wichtigkeit und meist gebrauchte Gegensätze unter den Sephiroth sind die vierte und fünfte: Gnade und Gericht oder Stärke. Aus diesen emaniert alles Gute und Böse, diese vertreten stets das rechte und linke Prinzip. An der Seite des „Vaters" hängt die höhere Gnade, an der der „Mutter" die Stärke4)' ,-,Ich töte und belebe" (Dt. 32, 39) durch die Sephiroth. Von der rechten Seite kommt Leben, von der linken Tod. Und wenn diese durch die Mittelsäule nicht verbunden werden, kann kein Urteil zustande kommen, da es drei sein müssen. Wenn diese drei sich vereinigen — einen Gerichtshof bilden —, um ein Urteil zu fällen, so kommt die Rechte, die bereit ist, um den Reuigen aufzunehmen und das ist die Schechinah, welche „rechte Hand" genannt wird, weil sie von Seiten der Gnade kommt, während die „linke Handu von der Stärke herrührt. Die „Hand Gottes" bildet die Mittelsäule5). Wenn man am Wochentage das Abendgebet verrichtet, läßt sich ein Adler herab, um mit seinen Fittigen das Gebet aufzunehmen. Von der Seite der Gnade heißt er Oriel (Licht Gottes), von der Stärke Uriel (Feuer Gottes), das ist das verzehrende Feuer Di-Nur (Dan 7, 9)6). Von den Priestern heißt es: So segnet die Kinder Israels. Dieses „so" (rp) ist der Ursprung des. Strafgerichtes, vor dem die Welt keinen Bestand hätte, wenn nicht die Priester ihre Hände erhöben, die wieder von Seiten der Gnade kommen uud dem Segen die Bahn ebnen7). Die Thora läßt x) Kaja Mehernna III 263 b. 2J Zotiar II 225 a. Es folgt aber auch aus m und nicht "nY* das. III 92 b, 146a s. oben. Ebenso sollte es heißen Ex. 17,13 TT> "Pi"P1 und nicht Nur aber hängt die Wirkung des Gebetes bloß von der Rechten ab. Das. II 66a. 3) Das. 32 a. 4) Das. III 118 b. 6) Das. I 22 b 23 a. 6) Das. 23 b. 7) Das

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