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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 19

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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— 19 — sogen. Dies wird mit der gewöhnlichen Formel eingeleitet: Gott -streckt seine Rechte aus. Es wurde bereits erwähnt, daß Gott .seine Rechte ausstreckte und den Himmel ausdehnte. Aber er streckte auch seine ßechte aus, um Adam von seiner Sünde zu befreien, um Abraham aus dem Feuerofen zu retten und den Stammvater Levi zu segnen1). Auch beim Turmbau Babels reichte Gott •den Empörern.seine Rechte, um sie zur Buße zu bewegen2). Die starke Hand Gottes (Dt. 3, 24) bedeutet seine Rechte, die stets ausgestreckt ist für alle Geschöpfe3). Wenn Gott schwört, so streckt er auch seine Rechte aus. Dies geschah, als er schwur, keine Sintflut mehr zu bringen4). Als die Aegypter am roten Meere ihren Tod fanden, entstand ein heftiger Streit zwischen dem Meere und der Erde. Keines von ihnen wollte die ägyptischen Leichen -aufnehmen, sie warfen sie einander zu. Das Meer nämlich fürchtete ebenso verflucht zu werden, wie einst die Erde, als sie das Blut Abels aufnahm. Denn bis dahin gab es keine Berge; die Erde war gleich den Bergen hoch. Als sie aber das unschuldig vergossene Blut Abels aufsog, wurde sie verflucht und es entstanden Berge und Hügel. Nun mußte Gott den Streit austragen. Er -streckte seine Rechte aus und schwur, die Erde wegen der Aufnahme der Aegypter nicht zur Verantwortung zu ziehen, da öffnete sie ihren Schlund und verschlang die Leichen5). Nach dem Kampfe mit Amalek streckte er wieder seine Hand aus, ergriff den heiligen Thron und schwur, daß er die Nachkommen Amaleks von dieser und von jener Welt vertilgen werde6). Die Thora hat Gott mit der rechten Hand gegeben, nach manchen Schrifterklärern auch geschrieben7). Als Moses in den l) Pirke R. El. 18, 20, 26, 3^. Peß. Bub. 118 a; Sir r. zu 1, 2. Das Verbum t3U5D, passiv. STOT^D Subst. ül^D j. Az. IV 44 b. "PT l3123D?3 sich anschicken j. Sann. III 21a. 45, sich vergreifen an VI 23 c. 24. d 46. An erster Stelle heißt es noch rDV^n ntiW1? filTTÜD drpn^ "PI Seder Eliahu rab. Friedmann 150, in den späteren Midraschen überall "pfai statt *p. Der Buchstabe T ist nach rechts gebogen, weil Gott dem Bußfertigen seine Rechte reicht. Midr. R Akkiba b. Josef ed. Wertheimer 36. '-') Tanch. Gen. Bub. 28 b und das. Note 305. 3) Sifre 50b; Priedm. Jalk. Dt. 814. fcrriD b^pb r?S3T»Z33 ibv V73"1 Sifre lannön 72 a. j. Sebi X 39 d 38 j. Mak. III 32 a 14. 4) Pirke R. El. 23. 5) Das. 42. Mechilta t"6tt)n 50 a Weiß. Midr. Vajoscha. Diese Erklärung fordert Ex. 15, 12 Du neigtest deine Rechte und die Erde verschlang sie "»"p Ex. 15, 9 bezieht sich ebenso auf die rechte Hand Pharaos, wie Vers 12 auf die Rechte Gottes. Ps. Jon. und jerusch. z. St. 6) Dies folgt aus Ex. 17, 16: Die Hand ist auf dem Throne Gottes. Pirke JB. EL 44. 7) Folgt ausdrücklich aus dem noch unerklärten ift^ m 13^33 Dt. 33, 2, s. Onk. und Ps. Jon. z. St. J-prfcn nrö, wofür jer. rrrtr» hat, d. h. nicht geschrieben, nur gegeben mit der Rechten. Nach Seder Elia suta 192 Friedni. ist die Thora auch geschrieben mit der Rechten. Peß. Buber 200 a •pto^a HTin rttro fc&ü. Pirke R. El. 4L und Parall. Midr. Til. 1, 2 auch geschrieben. Mordechaj hieß darum ■O^n weil er sich mit der Thora befaßte, die mit der Rechten gegeben wurde, oder weil er von den tTT^fa •.d^KtotMl abstammte. Ag. Eszter, Buber 9 b. 2*

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