Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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— 18 — zu allen vier Seiten1) und auch R. Simon b. Jochaj lehrt, daß bei der Offenbarung das Wort Gottes von seiner Rechten zur Linken Israels drang, dann umringte es das Lager und kam von der Rechten Israels zur Linken Gottes zurück; aber die Rabbinen stellen die Existenz einer Linken Gottes in Abrede und lassen das Wort von der Rechten Gottes ausgehen und wieder zu seiner Rechten zurückkehren2). R. Simon b. Jochaj steht aber mit seiner Ansicht nicht allein. Ein Anonymus sagt: Gott wird einst im Garten Eden sitzen und Vortrag halten. Alle Frommen werden vor ihm sitzen und die obere Familie auf den Füßen stehen. Sonne und Planeten zu seiner Rechten; der Mond und die Fixsterne zur Linken3). R. Berechja tradiert im Namen R. Levi's, Gott werde einst den König Messias zu seiner Rechten und den Patriarchen Abraham zu seiner Linken sitzen lassen. Da wird sich Abraham verletzt fühlen, aber Gott wird ihn trösten: Dein Nachkomme sitzt zu meiner und ich sitze zu deiner Rechten4). Auch die Lehrer werden zur Rechten Gottes sitzen oder stehen5). Nach einer Ansicht hat die Linke Gottes die Erstgeborenen Aegyptens getötet, und die Rechte die Erstgeborenen Israels gerettet6). Man kann sich Gott sogar mit zwei rechten Händen vorstellen, denn am Roten Meere hat er mit der einen Israel gerettet und mit der anderen zugleich die Aegypter ertrinken lassen7). Dies hängt aber nur von Israel ab. Denn sobald es nicht den Willen Gottes tut, so wird aus einer Rechten wieder eine Linke8). Im allgemeinen jedoch wird jede Hilfe oder sonstige Handlung Gottes nur durch seine Rechte voll- M Midr. Til. 90, 12 (196 a) und Paral. ßeth harn. II 46. V 181. Nu. r. 2, 10. Die Plazierung dieser vier Erzengel ist nach den Parallelstellen verschieden. Tanch. Gen. Anf. Peß. r. 46. Peß. Buber 3 a. Midr. Konen. Targ. Hi. 25, 2 s. weiter unten. Auch soll eine Feuer flamme von der Rechten und eine andere Flamme von der Linken Gottes ausgegangen sein. Ps. Jon. Ex. 20, 2. 3. 2) Sir r. 4 b Sifre Dt. 343 (143 a) Friedm. Als Beweis gegen die Linke Gottes gilt Ex. 15, 6. Jalk. Dt. 951 schließt sich der Ansicht S. b. J. an. S. noch Ex. r. 5, 9, wo man die Stimme Gottes nach allen Himmelsgegenden hören läßt. 3) Jalk. Jes. 429. 4j Gen. r. Theodor 479. Bacher, Pal Am. I 457. Als er aber die Könige verfolgt« (Gen. 14, 5), da ließ ihn Gott zu seiner Rechten sitzen. Tanch. Buber, Gen. 37 b. Auch sonst wird ihm dieses Recht eingeräumt. Sanh. 108 b; Jalk. Jes. 447. Nach einer anderen Erklärung sagte David: Gott schickte den Propheten Samuel, um mich zum König zu salben, als noch Saui lebte. Da sagte der Prophet: warte auf Saul i^toi tt^tf, dessen Zeit noch nicht abgelaufen ist. Midr. Til. 110, 5. 5) Lev. r. 30, 2. Peß. Buber 180 a. 6J Machö. Vitry 308. Dasselbe meint Ps. Jon. Ex. 12, 42, wo unter J-pY* die linke Hand zu verstehen ist, während Jeruschalmi z. Sfc. für beide Fälle die Rechte Gottes wirken läßt. 7j Jalk. Machiri 18, 45. Diese Voraussetzung erfordert Ex. 15, 6, wo eine Rechte verherrlicht wird durch die Kraft, die andere zerschmettert den Feind. Auch von der Frau wird gesagt, sie habe gar keine linke Hand, die ist hüben und drüben rechts. Sie hat zwei rechte Hände. Sanders s. v. Recht. 8) Mech. rf?U::i46b Weiß, nach Thr. 2,3: „er zieht seine Rechte nach rücklings".