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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 17

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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— 17 — Ehre1)- An. den Bächen Babels bissen sich die Exulanten die Daumen der rechten Hand ab, um die Harfe nicht spielen zu können2). Der Engel verletzte den rechten Fuß des Patriarchen Jakob an der Spannader3). Der Heerführer Joab sah nach einer vollbrachten Heldentat am rechten Fuße fünf Psalmverse (20? 2—6), da kam David und ergänzte den Psalm mit den übrigen vier Versen4). Die Forderung des Ammoniters Nachasch, für den angebotenen Frieden das rechte Auge Israels zu opfern, meint entweder die Schleuderer und Bogenschützen, oder das Synhedrion oder aber die Thora, die alle den rechten Augapfel Israels bilden5). Ein Kennzeichen des Patriarchen Juda war, daß aus seinem rechten Auge Blut floß (wenn er zornig war)6). Als Gott die Wespe vor Israel schickte, um den Feind zu vernichten, da schlich sie sich in das rechte Auge? goß ihr Gift aus und der Tod tritt sogleich ein7). Weil Bar Kochba seinen Oheim, Eleazar aus Modiim mit einem Fußtritt ums Leben brachte, erging an ihn die Gottesstimme, daß sein rechtes Auge erblinden werde8). In bezug auf Gott stößt der Midrasch zwar auf Anthropomorphismen, was ihn aber nicht hindert von der rechten und linken Seite oder Hand Gottes zu sprechen. Bei der SchöpfuDg streckte Gott seine Rechte aus und dehnte den Himmel, dann seine Linke und gründete die Erde, wie dies aus Jes. 48, 13 folgt9). Wenn der Prophet Micha Gott auf seinem Throne sitzen und die Heere des Himmels zu seiner Rechten und Linken stehen sieht, so wird die Möglichkeit einer Linken Gottes entschieden zurückgewiesen; da gibt es nur eine Rechte, und darunter werden die verteidigenden, unter der Linken aber die anklagenden Engel verstanden10). Zwar wird das Paradies und das Leben auf die rechte, die Hölle und der Tod auf die linke Seite Gottes gesetzt; oder man läßt zu seiner Rechten die Gerechtigkeit, zur Linken die Liebe, voran die Wahrheit stehen; die vier Erzengel umgeben sogar den Thron Gottes ') Hl. 3,16; Gen. r. 59, 2. V^tir»^ fiO fcOntt l^ötf wenn auch Diesseits nach links führt, d. h. zu irdischen Gelüsten. Jalk. Gen. 103. Sifre ypy 84b Friedmann. 2) Ps. 137. Peß. r. 31. Jalk. Til. z. St. Sie sagten nicht, wir wollen nicht, sondern: „wie können wir singen", da unsere Daumen abgehauen sind. 3) Ps. Jonathan Gen. 32, 33. 4) Jalk. Machiri 18, 61. 5) JVIidr. Sani. 14. Bei den Schleuderern und Bogenschützen wird auf 1 Chr. 1, 22, beim Synhedrion auf JSIu. 15,14: „Augen der Gemeinde" hingewiesen, während bei der Thora Dt. 23, 4 „Ein Ammoniter und Moabiter komme nicht in die Gemeinde Gottes" angeführt wird. 6) Jalk. tt.vn 150. 7) Tanch. npft 1. Ende. 8) j. Taan. 68* 1Z Echa r. zu 2, 2. Mit Anspielung an Zech. 11, 17 „sein rechtes Auge wird erblinden" und das rechte Auge Ibraels war Eleazar. 9) Pirke R. El. 18. s. Raschi zu Ps. 118, 15. 16. 10) Tanch. Buber Ex. 5 a 42 b, Sir r. 10 b. Buber, Tancb. 49 a hat zwar eine Version "n^^b "jWl ^"i, sah sich aber genötigt, lp£"n in Klammern zu setzen, j. Sanh. 118 a 55: Gott urteilt nicht allein, sondern hört die Ankläger und Verteidiger an. Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1916, 1—2. 2

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