Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 15 — ist1). Im mosaischen Heiligtum stand der Leuchter südlich, zur rechten Seite, um auf die Gelehrten hinzuweisen, die sich nachts bei Licht mit der Thora befassen. Der Tisch stand nördlich, weil auch der böse Trieb auf der Nordseite, d. i. zur Linken des Menschen ist und auf diejenigen hindeutet, die dem bösen Triebe folgen. Darum werden auch die Gebetriemen am linken Arm angelegt, um diesem bösen Triebe zu steuern2). Auch wird mit Hinweis auf Hl. 4, 16 säfön auf die Ganzopfer, die zur Nordseite und themän auf die Friedensopfer, die zur Südseite geschlachtet werden, bezogen3). Ein anderer, mystischer Aggadist läßt die Thora, die Gebote, das Priester- und Levitentum vom Süden kommen, denn es heißt (Hab. 3, 3): Gott kommt vom Süden. Die Verdienste der Könige David und Salomo seien im Norden zu suchen, denn die Prophezeiungen über Israel beziehen sich auf den Lohn der Frommen im Eden, das im'Norden liegt4). Wie die Aggada in bezug auf die Himmelsgegenden mit der rationellen Exegese übereinstimmt, so verhält es sich auch in allen anderen Beziehungen. Daß die linke Hand schwächer ist als die rechte, folgt schon aus r.IT, — wie das Wort Ex. 13,16 geschrieben ist — das in uHD + T> zerlegt wird (schwache Hand) und die linke Hand bedeutet5). Auch die Rabbinen lehren: 7*T> bedeutet immer die linke Hand, wo es allein oder neben pC1 steht, wie Ri. 5, 26; Jes. 48, 13; Ps. 74, 11 oder aber wo es durch näher bestimmt wird, wie Gen. 48, 17 p). Warum kommen laut Ps. 91, 7 auf die Linke tausend und auf die Rechte zehntausend? Da lehrt R. Isak: Die linke Seite bedarf der vielen Engel nicht, um bewacht zu werden, weil der Name Gottes auf den Gebetriemen ist, die am linken Arme sich befinden-, die rechte aber kann sich mit dieser geringen Zahl nicht begnügen, weil sie keine andere Stütze hat, daher werden ihr mehr Engel zugeteilt. Ein anderer Lehrer will auch hier der Rechten ihr Vorrecht nicht absprechen und erklärt: die Linke kann weniger böse Geister unschädlich machen als die Rechte, weil diese in der Ausübung der Gebote geübter ist7). Wie die rechte Hand, von der zumeist die Rede ist und in bezug auf Gott noch ausführlich behandelt werden muß, ist auch jeder rechte Körperteil der vornehmere. So nahm Gott die Rippe 1) Jalk 1 Kö. 182. Tanch. Buber, Ex. 49 b hat rsEE statt TrrzK s. Anm. 27. 2) Midr. Ag. Buber Ex. 168, 14. Midr. Tadsche 11: weil südüch dio Sonne, nördlich der Eden ist. 3) Sir r. zu 1, 2 und Jalk. z. St. 988. 4J Ps. 17,14 wird *i:v,D£ gelesen und gedeutet: Dein Norden füllt ihren Bauch, s. Ber. 5b. Midr. smp? Hl nvma ed. Wertheimer 45. 8) Menach 37 a. G) Das. und Jalk. Ri. 56 ^lyo T1 *pat, belogt aus Jes. 48, 13; Ps. 74, 11 und Ex 13, 16. 7) Joma 53b. Jalk. Ps. 842. Midr. Ag. Ex. 162, 20. R. Chanina erklärt die Psalmstelle: Weil es und nicht tt'rp steht, darum fällt die Linke weniger böse Geister als die Rechte. Tanch. trasiM Lublin.