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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 14

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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— 14 — will nach Targum sagen: der Kluge strebt nach der Thora, die mit der Rechten Gottes gegeben wurde (Dt. 33, 2), während der Tor nach irdischen Gütern strebt. Raschi: Die Weisheit führt ihn auf den rechten Weg; Ibn Esra: Sowie die Rechte stärker und geschickter ist, so weiß sich der Kluge in jeder Lage gleich zu orientieren. Der Becher der Rechten Gottes (Hab. 2, 16) ist der Kelch des Taumels, den Gott Nebukadnezar reicht.l) Aggada. Der Midrasch als Schriftauslegung im weiteren Sinne kann hier auch nur im Anschluß an einzelne Bibelverse behandelt werden. Und auch da soll bloß der agadische Teil in Betracht kommen, der halachische gehört dem nächsten Kapitel an. Unabhängig von Bibelversen sind manche Sitten und Gebräuche zu erwähnen, die sich an die rechte oder linke Seite knüpfen. Schon das Targum versteht unter der rechten und linken Seite der Welt den Süden und Norden. Onkelos und Ps. Jonathan übersetzen die Worte Abrahams an Lot: Gehst du nach Norden, so wende ich mich nach Süden usw., und wenn auch Onkelos dieser Uebersetzung nicht immer treu folgt und die Erklärung des Dieners von Abraham: „ich wende mich nach rechts oder nach links" wortgetreu widergibt, so gebraucht Jonathan auch hier dafür den Süden und Norden. Uebrigens zählt der Midrasch sieben Ausdrücke finden Süden auf2). König Salomo ließ für den Tempel zehn Tische anfertigen, um dadurch die Vermehrung der Pflanzen zu erzielen, Moses begnügte sich in seinem Heiligtum mit einem Tische, weil man in der Wüste keiner Pflanzen bedurfte. Von diesen zehn Tischen standen fünf zur rechten Seite, d. i. gegen Süden der Welt, woher Tau und Regen kommen; die anderen fünf zur linken, gegen Norden, wo der Ursprung alles Bösen ist. Erstere sollten den Segen fördern, letztere das Unheil verhindern. Denselben Zweck hatten die fünf Becken rechts und fünf links3). Wenn ein irdischer König sich einen Leuchter und einen Tisch machen läßt, so stellt er den Leuchter auf die linke Seite, aber im Heiligtum steht der Leuchter zur rechten Seite des Tisches, um anzudeuten, daß Gott des Lichtes nicht bedürfe, da er selbst das Licht Israels ') 'H *pfci OtD paraphrasiert Targ. 'n Ü^Ip 1*3 Ül^ öS, das ist i-^snnTi Ö"D den Gott in der Rechten hat Jes. 51, 17. 2) *prö (Jes. 49,12 Targ. SOTTl anfifl, tn (Ps. 107, 3), mft (Hi. 37, 9), &YYr V^rs *Jtt\n, ns:, Gen. r. 52, 4. Theodor 543. 3j Jalk. 1 Kö. 185, Midr. Tadsche Anf. Die zehn Tische standen aber nicht zur rechten und linken Seite der Türe, sondern alle standen zur nördlichen Seite des Tempels nach Ex. 26, 35. nur stand der mosaische Tisch in der Mitte. Menach 98b, Jalk. z. St. Sefer Vehizhir 93 a und öfter.

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