Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 — davon. Oder näher bestimmt: Rechts äbneigen heißt zulegen zu den Geboten, nach links, wegnehmen von den Verboten (Elia Wilna). Das ganze Himmelsheer stand um ihn zur Rechten und zur Linken (I. Kö. 22, 19). Da bei Gott nur von einer Rechten gesprochen wird (Raschi), oder überhaupt weder von einer Rechten noch von einer Linken die Rede sein kann (RDK), so ist dies entweder bildlich zu nehmen, oder sind darunter die verteidigenden und anklagenden Engel zu verstehen, oder der Ausdruck auf die Emanation vom Himmel zu beziehen (Gersonides). Dieser will auch unter den zwei Säulen im salomonischen Tempel in Jachin zur Rechten, d. h. auf der Südseite die Vorbereitung der Natur, in Boas zur Linken die Kräftigung derselben angedeutet sehen, während Kimchi sich mit einem Hinweis auf den Tempel begnügt: er möge festgegründet ewig bestehen (I. Kö. 7, 21). , Mit Schwierigkeiten kämpft die Exegese an folgenden Stellen: Ps. 77, 11 empfiehlt das Targum zwei Uebersetzungen: „Meine Krankheit ist, daß die Kraft der Rechten Gottes sich änderte", oder: ,. Meine Bitte ist, die Jahre des Endes (Erlösung) von der Rechten Gottes (mögen nahen) — eine Anspielung auf Daniel 12, 13.J) Raschi scließt sich der ersten Ansicht an, während Ibn Esra im wesentlichen der zweiten den Vorzug gibt. Weniger schwierig ist Ps. 80,18: Deine Hand sei auf dem Manne deiner Rechter. Wer ist der Mann der Rechten? Wenn beide Vei shälften dasselbe sagen wollen, so ist darunter Israel zu verstehen, wie zuvor Vers 16. So übersetzt Targum: Der Mann, den du mit deiner rechten Hand erhalten hast. Raschi bezieht es auf Amalek, den die Strafe der Rechten Gottes ereilen soll. Ibn Esra kann diese Erklärung schon aus grammatischen Gründen nicht billigen, erklärt die Rechte Gottes als schützende, helfende Kraft und wendet den Vers auf Israel an. Mit der zweiten Hälfte des Verses Prov. 27, 16 wissen die Kommentatoren nichts anzufangen. Wer die zanksüchtige Frau beherbergt,beh erbergt den Wind und „Oel ruft seine Rechte". Es wird auf das sittliche und ethische Leben der Frau bezogen, aber alle Versuche scheitern. Man will sogar Schemen mit Samum identifizieren, um den Sinn herauszubringen: Er (der Mann) wählt sich den südlichen Samum2) Koh. 10, 2 „das Herz des Weisen ist zu seiner Rechten, das des Toren zu seiner Linken" *) |/i^nT krank sein oder beten, frrö — vetändern oder Hauptwort — Jahr und lp£r'n yp Dan. 12, 13 ist das Ende der „Rechten", nicht wie man annimmt, der „Tage", als stünde tT^'n» 2) Biur z. St. Welles schlägt vor (brieflich) psj in zu emendieren und der Sinn wäre wie Zech 3,1 ^y p^n, dann aber müßte pu das Subject sein, denn ist ausnahmlos weiblich und auch dann gibt es keinen rechten Sinn, außer man liest fcOpn: Seine Rechte (Weib) wird Satan genannt. Ironisch wäre aufzufassen Targ. und Peschito öTHpPÄ fc^WT SKtm, wenn nicht Nto^l zu lesen ist, dem pE3 entspricht. Josef ibn Nachmias, Commentar zu den Sprüchen ed. Bamberger, hat die Erklärung Levi b. Gersons wörtlich kopiert, was Ginzburg yititä tlB^i"» 1913,114 nicht erwähnt.