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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-4 (1915) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
19 (1916)
Issue
1-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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— 12 — Wie bereits erwähnt, wird die Rechte in vielen Fällen für „Kraft" gebraucht und dies wird besonders von Abraham Ibn Esra mit Nachdruck hervorgehoben1). Ebenso stellt er die Regel auf, daß überall, wo neben järnin auch jad (Hand) steht, ist es die linke Hand. Wo aber beide im Plural stehen, wie Ps. 26, 10, ist unter jedem an beide Häade zu denken-). Zu Ps. 138, 7 „du streckst deine Hand gegen den Zorn deiner Feinde aus und deine Rechte hilft mir", wendet er diese Regel nicht an, und mit Recht, da beide Vershälften wesentlich dasselbe bedeuten, aber Ps. 139, 10 „auch dort leitet mich deine Hand und ergreift mich deine Rechte", ist schon an beide Hände zu denken, da die Flucht von der linken zur rechten Hand gemeint ist. Zu Jes. 48, 13 „meine Hand gründete die Erde und meine Rechte breitete den Himmel aus", bemerkt auch D. Kimchi, daß die „Hand" die linke bedeute und daher auf die Gründung der Erde bezogen wird, während die vornehmere Rechte auf die Schöpfung des vornehmeren Himmels bezogen wird. Auch ist die Arbeit der rechten Hand dauerhafter, womit die größere Dauerhaftigkeit des Himmels ausgedrückt werden soll3). Zu Nu. 3, 29 bemerkt auch Ibn. Esra, daß die Söhne Kehat zur rechten Seite des Heiligtums lagerten, weil sie die vornehmsten unter den Leviten waren und die Rechte vornehmer als die Linke ist. Vor der Rechten, d. h. dem Süden hat nur noch der Osten den Vorzug. Es ist überflüssig zu betonen, daß mehrere Stellen im midraschischen Sinne erklärt werden, dem auch Ibn Esra und Gersonides oft nicht ausweichen können; es sollen aber drei Bibelstellen angeführt werden, wo der Scharfsinn aller Kommentatoren versagt. Die schwierige Stelle in Dt. 33, 2 z B. erklärt Ibn Esra: Das Feuer kam von der Rechten Gottes, um Israel zu umgeben. Zu Jos. 1, 7 sagt Gersonides: Weichen vom Gesetze nach rechts heißt zulegen zum Gesetze, nach links, wegnehmen *) Ex. 15, 12 ^fiS ^r^"1 £"'Ü2> Nachmani deutet das Wort auf die Bache Gottes, worin aber auch die Kraft zum Ausdruck gelangt. L'ev 14, 14 rPj'Qi'm» ■prn nsm mara 2j I. Esra zu Ps. 21, 9 wie Ri. 5, 26. Ps. 74, 11 89, 14 und nach diesem. Muster ist auch unter ^pätto Ps. 91, 7 die linke Seite gemeint, da nachher y*1j^72 steht, s. Piaschi z. St. Targum übersetzt ^KlEE) ))2> Hiermit steht die These R. Simons, woyoü noch die Rede sein wird: Wo Hand und Finger in der h. Schrift steht, immer die Rechte Hand und der rechte Finger gemeint ist (Zeb. 24a) nicht im Widerspruch, da sie sich bloß auf den Priesterdienst bezieht. 3j Targum paraphrasiert hier ausnahmsweise für und das gewöhnliche und ^nTnX während es an anderen Stellen in fcO^j"» keinen Anthropomorphismus sieht, weil da von der Schöpfung die Rede ist, welche bloß durch Gottes Wort ohne Mitwirkung seiner Hände entstanden sein muß. Auch der Plural n-*n" Dt. 33, 27 wird dahin gedeutet, das Gott die Himmel, die Himmels-Hiuimel und alles, was sie enthalten, an den rechten, die Erde und alles, was darauf ist. an den linken Arm hängte. Midr. Alfa bethoth ed. Wertheimer 84.

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