Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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unglückliche, wie der Norden. In der Bevorzugung mancher Weltgegenden Stimmen die Ansichten der antiken Völker auch nicht überein. Nach den Römern kann die linke Seite ebenso Glück bedeuten, wie die rechte. Daher bedeutet der Kabe zur Rechten dasselbe, was die Krähe zur Linken. Bei den Griechen jedoch bleiben die Vorstellungen von rechts und links unverändert. Der Osten war die rechte Seite, weil er die Lichtseite ist, daher er auch Glück brachte. Rechts (SsHios) bedeutet auch „glücklich" und bei jeder feierlichen Handlung geschah die Bewegung nach der rechten Seite hiu, weil diese Glück bedeutete1). Ebenso unbegründet ist die Erklärung des Namens Benjamin als "„Sohn des Glückes"- diese Bedeutung läßt sich weder aus der Bibel belegen, noch aus dem Sinne des Verses folgern. Die Mutter nannte ihn ben öni, aber der Vater gab ihm den Namen Benjamin (Gen. 35, 18). Nach Raschi bedeute dies „Sohn des Südens", weil sein Vater von Mesopotamien nach dem Süden zog, wro die Geburt stattfand. Nachmani sträubt sich gegen diese Erklärung, da Palästina nicht südlich von Mesopotamien liegt. Er empfiehlt daher eine sinnreiche Erklärung: Seine Mutter nannte ihn „Sohn meiner Trauer, meines Schmerzes". Jakob wollte den Namen nicht ändern, deutete bloß önt als Kraft und setzte au dessen Stelle das ihm synonyme jämln, das auch „Sohn der Kraft" bedeutet. Samuel b. Meir will Binjämin gleich Binjamim setzen : Sohn der Tage, des Alters, wie jämin Dan. 12, 13 statt jämim steht.2). y) Ausführlich behandelt den Gegenstand "M. Grünbaum ZDMGXXI 292 ff., der in den Worten J. Ezra's zu Ex. 33, 1: aon rfr? htWE n^r^ die Ansicht ausgedrückt findet, daß auch J. Ezra sich die Weit in zwei Hälften vorsteilte und sich den Norden höher gelegen dachte. 2) Geiger übersetzt „Sohn des Südens" in bezug auf Efraim N3 IV 193. Andere Erklärungen schwanken zwischen Schmerz und Glück und berufen sich besonders auf das arabische *pT-, das Glück bedeutet. Fraglich bleibt aber noch immer, wo das Aequivalent von ben öni in ben jäinin liegt und warum Jakob den Namen eben dieses Sohnes änderte. Man ziehe in Betracht, daß die Geburt Benjamins in der unmittelbaren Nähe von Bethel war, dieser Ort aber — allerdings erst von den Propheten — "p^ rrc genannt wird (Hosea 4, 15 und öfter), was aber nicht ausschließt, das er früher unter diesen Namen bekannt war und unter egyptischem Einfluß beth-öri hieß Dieser Umstand mußte den Patriarchen veranlassen, den Ort beth©i zu nennen, da Oq— (Heliopolis) Name des Sonnengottes war. Rachel nannte ihren Sohn nach dem ursprünglichen Namen des Ortes: Sohn von qq, was aber Jakob nicht zulassen konnte. Er nannte ihn „Sohn des Lichtes" oder „des Südens". Die Stelle im Midrasch (Gen. r. 82, 9) CTipn "p^l "b tinp TOS"! )Tzhl ^- ß{ht nur so einen Sinn, wenn wir in^ lesen, das arabisch „Süden" oder „Lichtseite" bedeutet (Grünbaura a. a. 0. 599), dem jämio vollkommen entspricht. 0a und jämin bedeuten auch beide „Kraft" und die Säule t"*3 symbolisierte die Kraft der Sonne (Jalk. I. Kon. 185). Eine andere Erklärung kp}r» Ta pm 8irr£3 (Midr. Ag. Buber 76) gibt keinen rechten Sinn. Einfacher, aber kaum haltbarer ist die Erklärung: Weil die Rechte wertvoller ist als die Linke und man gewöhnlich den jüngsten Sohn lieber hat als die übrigen, daher nannte ihn Jakob den „Sohn der Rechten" d. h. den geliebteren fArkhe ha-Kinnujim 82). Ein Ortsname "ins wird j. Git. IV 46 » 36 erwähnt. Auch von Moses wird erzählt, daß ihm die Tochter Pharao's einen esryptischen Namen gab, den die Thora ins Hebräische umschrieb. Poznanski, Eliezer aus Beaugency 99, 1.