Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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eleu Vornehmen Judas, sie werden rechts und links alle Völker ringsumher verzehren (12, 6)1). Auch König David klagt in seiner Not: Ich blicke nach rechts und schaue, doch niemand will mick kennen (142, 5). Als ob er sagte: Ich schaue nach rechts und links, ich blicke nach allen Richtungen Hilfe suchend. Von einem größeren Geleite sagt man: sie stehen, sitzen oder sind zu seiner Hechten und Linken, d. h. sie umgeben ihn. So waren bei Könige David das ganze Volk und alle Helden zu seiner Rechten und Linken (2. Saun. 16, 6) und der Prophet Michajhu sah den Herrn auf seinem Throne sitzen und das ganze Himmelsheer stand um ihn zu seiner Rechten und Linken (1. Kön. 22, 19). Der Vorzug der rechten Körperteile vor den linken sowohl bei Menschen wie bei Tieren wird in der h. Schrift öfter hervorgehoben. Da. Josef seine beiden Söhne seinem Vater vorführt, um ihnen den Segen erteilen zu lassen, legt er Gewicht darauf, daß die rechte Hand des Segnenden dem älteren Sohne zufalle.» Jakob aber verhieß dem jüngeren eine schönere Zukunft und beharrte darauf, daß diesem die rechte Hand zukomme (Gen. 48, 13—19)2). Bei der Amtsweihe des Priesters Ahron und seiner Söhne wurde vom Opferblute auf den Zipfel ihres rechten Ohres, auf den Daumen der rechten Hand und des rechten Fußes aufgetragen (Ex. 29, 20; Lev. 8, 23—25). Dasselbe Verfahren hatte der Priester bei der Reinigung des- Aussätzigen mit dem Opferblute und mit dem Oele zu befolgen (Lev. 14, 14—28). Von manchen Opfern gehörte der rechte Schenkel dem Priester (Lev. 7, 32-33; Nu. 18, 18). Eeim Schwur hob man die rechte Hand gen Himmel3). Im Gesichte Daniels hob der in Linnen gekleidete Mann beide Hände gen Himmel und schwur beim Ewigen (12, 7). Den Siegelring trug man an der rechten Hand, denn so schwört Gott durch den Propheten Jereniia: Wäre Konjahu, Sohn Jojakims, König von Juda ein Siegelring an meiner Rechten, auch von dort reiße ich dich herunter (22, 24). Mit der Rechten übt Gott Gerechtigkeit, wie denn der Psalmist von Gott sagt, daß seine Rechte voller Gerechtigkeit sei (48, 11). Auch zum Zeichen der Liebe wird, die rechte Hand gebraucht. Joab ergriff — wenn auch in trügerischer Weise — mit der rechten Hand den Bart des Amasa, um ihn zu küssen (2. Sam. 20, 9). Die Geliebte sagt von ihrem Freunde: seine Linke ist unter meinem Haupte und seine Rechte umarmt mich (Hl. 2, 6) und Jesus lehrt: ') Das Wort ^20 ist nur eine nähere Erklärurg von rechts und links. 2) Auch Moses soll seinen jüngeren Sohn auf das rechte Knie, den älteren auf das linke gelegt; haben, um sie vor dem Tode zu segnen. Eisenstein^ Oz. Midr. 372 a. 8) So ist 'ir yiVl Jes. G2, 8 zu verstehen, obgleich o auch „bei etwas schwören" bedeuten kann. Wenn Abraham seine Hand zu Gott erhebt (Gen. 14, 22) und wenn Gott selbst sagt: ich erhebe meine Hand gen Himmel (Dt. 32, 40), so muß man unwillkürlich an die rechte Hand denken. "VpiD Üj'WI Ps. 144, 8. 11 erklärt Easchi, daß sie ihre Rechte zum falschen Schwur erheben. J. Esra zitiert dieselbe Erklärung im Namen Ibn Balams. z. St. er selbst aber findet in "pfan die Kraft des Feinde's ausgediückt.