Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 19 (1916)
- Issue
- 1-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Joab 1× ep/1005321
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Propheten Ezechiel der Befehl, 390 Tage auf der linken Seite zu liegen, um die Sünden Israels, dann wieder 40 Tage auf der •rechten, um die Sünde Judas zu tragen (4, 4—6). Da der Mittelpunkt der Visionen dieses Propheten Jerusalem ist, so entfällt für die linke Seite das nördliche Land Israel und für die rechte das südliche Juda. Jerusalem übertraf an Schandtaten seine beiden Schwestern Samaria und Sodom, von denen die größere zur Linken, d.h. nördlich, die kleinere zur Rechten, südlich liegt (16,46). Und wo dieser Prophet das Los Jerusalems voraussagen will, wendet er sich auf Befehl Gottes gegen Süden, da er in Babylonien wohnt, das nördlich von Palästina liegt (21, 2)1). Daher hielt auch der König Babels das gegen Jerusalem gerichtete Zaubermittel in der Rechten, nach dem Süden von Babylonien (21, 27). Statt des Ausdruckes s mÖl für Norden gebraucht der Psalmendichter das gewöhnlichere säphön, indem er Gott zujubelt: Den Norden und Süden hast du geschaffen, wo er für Süden pC» behält (89, 13). Mit denselben Worten ruft die Geliebte dem Mord- und Westwind -•zu: Erwache Norden und komme Süden (Cant. 4, 16). Auch ohne smÖl oder säpliön findet sich jämm in der Bedeutung von Süden. Die Grenze des Stammes Menasse dehnte sich gen Süden (jamin) bis zu den Bewohnern von En Tapuach (Jos. 17, 7). David hielt sich bei seiner Flucht vor Saul am Hügel Chakilah, rechts von der Wüste verborgen (1. Sam. 23, 19. 24). Bei der Volkszählung unter David setzten Joab und die Heerführer über den Jordan, lagerten in cArofer, rechts von der Stadt, die im Tale Gad liegt und bei Jazer (2. Sam. 24, 5). Während der großen Götzenräumung des Königs Josia verunreinigte er auch die vom König Salomo erbauten Anhöhen vor Jerusalem, rechts vom Berge des Verderbens (2. Kön. 23, 13). Auch die Kerubim in der Vision Ezechiels standen zur Rechten, d. h. zur Südseite des Hauses (10, 3). Jedoch ist nicht überall, wo von rechts und links gesprochen wird, ausschließlich Süd und Nord gemeint. Es kann auch alle Himmelsgegenden bedeuten. Wenn der Patriarch Abraham zu Lot sagt: Das ganze Land liegt vor dir, scheide doch von mir. Bleibst du zur Linken, so gehe ich nach rechts, wählst du die Rechte, so gehe ich nach'links. Das will nichts anderes sagen, als daß jeder eine entgegengesetzte Richtung einschlagen möge (Gen. 13 a). Dasselbe gilt vom Diener Abrahams, der für Isak um die Hand Rebekas wirbt: Geht ihr auf meinen Antrag nicht ein, so saget es mir und ich wende mich entweder nach rechts oder nach links. Das heißt: ich werde einen anderen Weg suchen (Gen. 24, 49). Von dem bevorstehenden großen Unglücke Israels sagt der Prophet Jesaja: Verschlingen sie rechts, so bleiben sie hungrig, essen sie links, werden sie nicht satt. Das will besagen: Sie rauben und plündern auf allen Seiten, ohne sich am geraubten Gute sättigen zu können (9, 19). Der Prophet Secharja weissagt *) Hier gebraucht der Prophet alle drei Ausdrücke für Süden: fET, 230, ÜYTT. 1*