Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2638044-2638068-2638070--1696-2639068- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 60 — {Gebet) kisfillas Channo (wie das Gebet Hannahs) . . stehe auf mikisse hadin (Thron des Rechtes) un setz Dich al kisse horachamim (auf den Thron der Barmherzigkeit). Lieber Gott, mache derwecken Dein Barmherzigkeit auf mir N. N.....Wie zubrecht mir mein Herz, wenn ich gedenk, wie das Bes hamikdosch gestanden ist un der Kauhen hagodaul (Hoherpriester) hat die Awaudoh (Dienst) getan in Kodsehe Kodoschim (Allerheiligstes). Aso ist der roter Foden weiß geworen, so haben die Jisroel gewisst, ihr Tefilloh ist angenommen worden un ihre A wer aus sein nimchol (vergeben) geworen. Aber jetzund baawaunaus horabbim haben mir kein Bes hamikdosch, kein Kauhen godaul, kein Korban (Opfer), auf uns mechapper zu sein (sühnen), haben mir kein andere Minchoh (Opfergabe), als unser Tefilloh. Aso vernemm unsre Tefilloh berachamim (in Erbarmen) un gieb mir Aschirus (Reichtum) mit mein Mann, als ich soll machsik sein (unterstützen) Laumde tauroh (Toragelehrte) un zu geben Zedoko (Spenden) loanijim weewjaunim kescherim (fromme Dürftige und Arme) un nit chas weseholaum (Gott bewahre!) als mir unsre Aschiraus (sie!) anlegen sollen zu Gaawoh (Hochmut) zu treiben un zu herrschen .... Das sagt man, wann der Chason Neiloh anfangt. R"bf/sch"a! Jetzund ist die Zeit, daß Du austeilst das Leben un Speis un bitte ich Dich, Gott, daß Du sollst uns schicken den Maloch (Engel) Malkiel, er ist memunnoh (gesetzt) auf die Brieflech un Pesokim (Urteile), die das ausgehn von Besdin schel maaloh (himmlischer Gerichtshof) un werst uns schicken den Maloch Gesar, der da öffnet die Türen von Chajim (Leben) un den Maloch Eser, der die Tür aufmacht an Jaumkippur, das Jisroel stehen batefilloh uwakkoschaus (Gebet und Flehen) un mir sein mis'chaddesch (erneuert) baawaudaus (durch Gottesdienst) von unsre Herren. Nach Tefillas Mincho (nachmittags) kommt ein Ruach weawir (Wind und Luft) von den Bes din schel maaloh un öffnet die Türen, da weren ausgeteilt die Brieflech, was schon gechasmet (besiegelt) sein geworen hen lechajim wehen lamowes (sei es zum Leben oder zum Sterben) .... Die Techinnoh sagt man an Pesach, Schowuaus un Sukkaus, wenn man die Sefer tauroh ausnemmt dreimal hinter einander: . . . Lass uns für immer den Jezer hora, d. i. dem böser Lust entrinnen un mache, daß wir aufrichtig Anteil nehmen an Dein liebe Tauro un an die Mizwaus un Maasim tauwim (edle Werke), laß uns ewig gestellt sein im Schatten Deine Flügel und gebe mir das Glück, meine Kinder gesegnet zu .sehen mit Chochmo (Weisheit) uwino (und Verstand).