Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 59 — es heißt ein Sehangeg (unabsichtliches Vergehen) als wie der lieber Vater hat gesagt durch sein heiligen Knecht Mauscheh rabbenu o"h zu Dein Volk Jisroel den Possuk: Wajjaumer H" solachti kidworecho (Num. 14, 20): und Gott sprach: „Ich habe verziehen nach Deinem Worte") aso sollstu uns kol Jisroel vergeben unsre Nedorirn (Gelübde) un sollst uns bald derlösen mit Gcullo schelemoh (vollkommene Erlösung)! Amen. Die Techinuo sagt mau, wenn man Esraug benscht. Es soll sein der Willen von Dir, Du bist mein Gott un Gott meine Eltern, ich will halten die Mizwoh (<3ebot), was Du uns geboten hast, daß mir sollen nehmen Lulow d. h. Kappaus temorim (Palmblätter). Bund Zweigen, was sein dick geflochten, das iit der Hodes, ein Weiden, diese wachsen bei den Wasser, das sein Arowaus (Weiden) un ein schöne Peri (Frucht), die von ein Jahr zu den andern bleibt auf den Baum, d. i. der Esraug. Als wie ich die vier Minim (Pflanzenarten) zusammen beheften tue, als wie sie nur ein Min (Art) wären, aso sollstu lieber Gott auch machen, daß Dein heiliger Namen, der jetzund in den Golus zuteilt ist, sollstu den Schern hakodausch (heiligen Namen) auch zusammenbeheften un soll die vier heilige Ausiaus (Buchstaben) J"h"w"h auch bei nander stehn. Un von wegen den Schüttlen, das ich heint mekajjem bin (erfülle) mit die arbaah minim (vier Pflanzenarten), aso sollstu gebieten alle Massikira (böse Geister) im K'lipaus (Gespenster) un sonst alle, die mir Gutes tun, das sie sollen sich fürchten vor mir, Bös zu tun mir. Un wegen der Mizwoh sollstu auf mir ziehn viel Berochaus (Segnungen) un Wissenschaft von Dein eiberste Wohnung, un daß Dein heilige Schechinoh (Gegenwart Gottes) soll wiederkehren zu ruhen in Dein heiligen Bes hamikdosch (Heiligtum). Du barmherziger Gott, ich bitte Dich, vor Dein heiligen Namen soll die Mizwoh angenehm sein, gleich als wie ich hätt' sie mekajjem gewesen mit alle Kawonaus (Intentionen) un mit alle Zaddikim (Gerechte) unter Dein Volk Jisroel, un gieb mein Chelek (Teil) zwischen die da ruhen un sitzen vor Dir in Ganeden (Paradies)! Omen. ____________ Das sagt man, wann der Chason anfangt zu singen Olenu leschabbeach. ... Ob ich schon meluchloch (überhäuft) mit Aweraus (Sünden) baawaunaus horabbim (unsrer vielen Sünden wegen) . . bist Du doch barmherzig un hast uns gelehrt den Weg von Teschuwo (Busse). Aso komm ich N. N. für Dich geachperten Namen lehispallel al nafschi (für meine Seele zu beten), zu bitten auf mir un auf mein Mann un auf meine Kinder bichrioh uwehischtachawojo (gebückt und auf den Knien) un fall auf mein Ponim (Antlitz) bejiroh uwemauroh (in Angst und Furcht), zu bitten Dein heiligen Namen .... sei mekabbel (nimm auf) unser Tefilloh 2*