Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- 58 — un käst angeschrieben in Dein heilige Tauroh: Schalach t'schalach es hoem wees habonim tikkach loch (Dt. 22,7) d. i. deutsch: wenn einer kommt über ein Nest Vögel/ soll er die Mutter awek schicken un die Kinder soll er nehmen. Du bist, lieber Gottr doch derbarmig über die Vögel, kehrstu Dich über ein Menschen auch merachem sein (erbarmen). Denn die Vögel, wenn sie groß sein, kann sie Vater un Mutter nicht mehr. Aber mir sündige Leut, mit große Mühe, daß mir haben unsre Kinder erzogen durch Deine Gnad. Drum kehrstu (gehörst Du) Dich über uns derbarmen, un straf uns nit mit Geseraus achsoriaus (grausamen Verhängnisse) un laß unsre Kinder derzogen weren. Meine Kinder un Kindeskinder sollen saucheh (gewürdigt) sein, zu derziehen Kinder zu Gottes Dienst. Laß an uns m'kujjom (bestätigt) weren: Ateres s'kenim bne wonim w'siferes bonim awaussom d. i. ein Krön von Greiskeit von die Eltern ist ein Kowaud zu die Eltern (!), wann icli es schon nicht verdient habe un Dein liebe Namen bitte ich Dich um Mattnas chinnom (Gabe umsonst). . . . Gieb mir mit mein Mann un Kinder ein Parnossoh (Unterhalt) . . Laß mich auch so gut sein als das mindeste Bischefnis auf der Welt! Ein klein Wermel wert gespeist durch Deine Hand, lieber Gott, wie es geschrieben steht durch: Pauseach es jodecho (Ps. 145, 16), d. i. deutsch, wenn Du öffnest Dein Hand, machstu alles satten, was auf der Welt. . . Den Menschen Gabe ist ein kleine Gabe, kann denn ein Mensch wissen, was sein Bedürfnis ist oder wann er bederft? Un wann er schon was gibt, so gibt er es nicht zu der rechte Zeit. Aber Du, lieber Gott, wann ein Mensch hat sein Gabe von Deine Hand, das ist ein rechte Gab. ... Wann ich sollt sterben, lasse mich nit sterben von Alter wegen un mein Misso (Tod) soll sein ein Kapporo (Sühne) auf meine Sünd. . . ch"w (Gott bewahre) ich möcht verschämt weren . . denn wenn die Jisroel sein schofel (niedrig), ist Dir doch ein Schand. Das sagt man, wenn der Chason anhebt Kol nidre: El melech aw horachamim usw. . . . Du herziger Vater, weil ich deriebt habe den Jomkippur, aso bitte ich Dich, vergieb mir alle Nedorim (Gelübde) von den Jomkippur bis den andern Jomkippur habo olenu Ftauwo, wann den Menschen der böser Willen dazu brengt, als er in Rauges (Zorn) ist un ein SchVuoh (Eid) tut un dernach hat er charoto (Reue) darauf, un auf unsre Kinnujim, die heißen die Chachomim (Weisen) vernehmen von uns Nedorim (Gelübde), aso bitte ich Dich, lieber Gott, wenn ich habe ein Neder (Gelübde) getan, aso haben wir heint Jaumkippur un tun bitten un schreien dreimal wenislach lechol adas bene Jisroel (es werde verziehen der ganzen Gemeinde der Kinder Israel), d. L deutsch: Du sollst vergeben zu der ganze Gemeinde Jisroel, weil