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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 3-4 (1915) · p. Seite 57

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
3-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 57 (sequence 19)
Language
German
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— 57 — unsre Treren annehmen vor Dir zu den neuen Jahr, was daher kommt. Un der Maloch, was mit Jakauw ist gangen, wie er hat genommen die Brocho von Jizchok, sein Vater, hat er sich geforchten vor sein Bruder Esow, ist der Maloch mit ihm gangen von sein Vater, der soll auch für uns meliz sein den heintigen Tag bei den Mischpot. Un auch die Maloehim, was da haben Milchomoh (Krieg) gehalten mit Jakauw, wie er ist entgegen gangen sein Bruder Esow un haben ihm menazzeach gewesen (Sieg verschafft), also sollen sie menazzeaeh sein unsre M'katregim bei unser Mischpot. Un der Maloch, was ist gestanden bei Pinchos, wie er den Nossi (Fürst) derschlagen hat mit die Midjonis (Midjaniterin), haben ihm das ganze Schewet (Stamm) wollen umbrengen, hast Du geschickt ein Maloch, was da hat Pinchos verstellt. . . . Un wie Du hast geholfen Dowid hamelech o"h, wie er ist entlafen vor Schoül hamelech un Schoül hat ihm wollen umbrengen un hat ihm umgeringelt mit Volk, hast Du geschickt ein Maloch. Auch, lieber Gott, wie Esther hamalko (Königin) ist nebbich vor den Maloch (König) gangen beten vor den Volk Jisroel . . aso hast Du . . ein Maloch geschickt, als Esther hat Chen (Gunst) bekommen in Melech seine Augen. . . Aso H"sch"j"b hat gewillt, wie er hat die Welt beschaffen, alle Dauraus (Geschlechter), was weren bis Tossid lowau (Zukunft), un welche Menschen er hat gesehn, er wert nichtsnutz sein, liat er nit beschaffen, also gedenk ich mir . . . wrenn ich so wer beschaffen, muß ich jo was nutz sein auf der Welt, un es wert Guts kommen von mir, drum bitte ich Dich, Du lieber Gott, daß Du sollst Dich über mir haben zu derbarmen zu den neuen Jahr. ... Wie da steht geschrieben: Mi chomaucho (sie) Jisroel gauj echod boorez (nach 2. Sam. 7, 23, l.Chr. 17, 21) un alle Völker sein unter ein Sar (Fürsten, hier Engel), aber nur Jisroel haben kein Sar hamelech neiert Du selbst bist unser Gott, was ist jochid um'juchod (ganz einzig). Drum, lieber Herrgott, sollstu allein mischpeten (richten) Dein einzige Volk Jisroel, wert an uns mekujjom (bestätigt) weren der Possuk: Asseh immonu aus Ftauwoh (nach Psalm 86, 17) d. i. deutsch: Du werst mit uns tun ein Zeichen zu Guten un unser Feind werd verschämt weren. . . Ich bitte Dich, ... als Du sollst nicht leer wiederkehren von mein Gebet . . un mein T'filloh soll Dir aso lieb sein als gebeten hätten alle fromme Weiber. Ich arm Weib verstehe es nicht besser, aber Du weißt, lieber Gott, mein Herz . . in Possuk steht: Lew nischbor (Psalm 51, 19) d. i. deutsch: ein gebrochen Herz un. zerstoßen Gemüt ist ein korban (Opfer) zu Gott. . . Derbarme Dich über mir un über Dein Volk Jisroel. . . Lieber Gott, laß mir meine Kinder un Kindeskinder nicht sterben bei mein Leben. Straf mich lieber nicht mit aso ein Un- «derbarmigkeit-Straf; denn Du bist doch ein so barmherziger Vater Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1915, 3.-4. 2

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