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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 3-4 (1915) · p. Seite 56

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
3-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 56 (sequence 18)
Language
German
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— 56 — soll sie geben ihr Bederfnis, aber nichts so ein Menschen, wie ich bin. Ich weiß, ich bin lauter Sünd, wie kann ich H"sch"j"b"h beten, er soll mir geben mein Bederfnis. Denn die Bederfnis von Menschen sein viel, un ich habe nicht verdient das Mindeste. Da habe ich mit Furcht erwogen, mit groß Mauroh (Furcht) un Zitternis zu kommen un zu beten vor H"sch"j"b"h. Ich weiß aber nicht, was ich soll tun, mit was ich kann ihm überbeten sein Ponim (Antlitz), . . als Du sollst mir vergeben meine Sünd, was schon lang vorbei sein*, ob mit T'schuwoh (Busse) kann ihm bewilligen, tue ich mich heint bewilligen wiederzukehren von unsre böse Maasim (Werke) un komm vor Dir, Gott meine Eltern, ich habe gesündigt un geschuldigt un widergespenigt, aber Du, lieber Gott, Du bist derbarmig un verträgst die Sünd. Ob mit T'filloh un mit T'chinnoh bist Du mauchel (verzeihend), muß ich fallen, ich arm Weib, mit mein Gebet vor Dir, mit Weinen un Schreien vergiebst Du, also tue ich weinen un schreien un sifzen auf meine Sünd. Denn Du bist also ein Gott, als man nicht darf zu Dir schreien, Du vernehmst die zubrochene Herzer, wie Elijohu hanowi (der Prophet) hat gesagt zu die falsche Newiim (Propheten): Schreit zu eure Abgötter, vielleicht weren sie hören, aber unser Gott vernemmt unser lang Gebet un mit zubrochen Herzen vergibst Du unsre Sünd, also bringe ich mein Herz vor Dir in die Zeit-, denn Du weißt die zubrochene Herzer. Nun, lieber Gott, ich bekenne ein Teil von meine Sünd. Es wäre recht, als ich soll recht etliche Sünd absonder bekennen, aber ich schäme mich als zu reden un ein Teil habe ich vergessen. Nun R"b"sch"a, nach mein Bekennen, als ich habe bekennt Dir, als tue ich bitten, als Du sollst Dich über mir derbarmen N. N. un Du sollst selbst sein mein Meliz (Fürsprech) bei den Mischpot (Prozeß). Ich wollt gern haben Aulom habbo (die künftige Welt) un Aulom hasse (das Diesseits). Mit meine Maasim (Werke) tauwim (gute) habe ich es gewiß nicht verdient, aber ich weiß nicht, wie ich soll anfangen zu bitten, als es soll vor Dein lieben Namen angenommen sein. Aso will ich anheben zu beten, als es soll vor Dein lieben Namen angenommen sein. Aso will ich anheben zu bitten durch S'chus owaus (Verdienst der Väter), soll mir beistehen an den Jaum hadin! Herr von die ganze Welt, als Du sollst öffnen die Toren von Himmel un als wie Du hast geöffnet, wie die Jisroel sein gestanden auf den Berg Sinai un haben die Tauroh mekabbel gewesen (empfangen), hast du geöffnet Himmel un Du bist ein Jochid (einzig) in alle Aulomaus (Welten), also sollst Du auch öffnen die Toren von die Himmel zu unser T'filloh. Un auch R"b"sch"a, wie Du hast angenommen die Treren von die Malochim (Engel), wie Awrohom hat sein Sohn wollen schachten, sein die Treren gefallen in Jam hagodaul (Weltmeer) hinein, als Awrohom hat nicht können Schächten durch die Löcher, was die Treren von die Malochim sein gefallen. Also sollst Du

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