Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2638044-2638068-2638070--1686-2639058- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 50 — R"b"scli"a! Herr von die ganze Welt, Du hast beschaffen den Menschen, aber kein umsonst. Du hast gefind meine Augen zu sehn Dein Königreich un meine Ohren zu hören Deine Wunder von der ganze Welt un mein Herz zu erzählen Dein Gedullo (Größe) un meine Händ in Deine Mizwaus (Gebote), was hat geboten Challoh (der Pflichtteil vom Brotteig) zu nehmen un Neraus (Sabbat- und Festtagslicht) zu zünden un baudek zu sein (bedacht zu sein), als die Nesehomoh (Seele) soll rein bleiben, un mein Füß zu gehn in der Schul, Dich zu loben, un zu gehn in Dein Weg, un mein Brust, zu säugen meine Kinder, daß sie sollen derwachsen in der Tauroh, es soll an sie nit schaulet sein (Gewalt haben) kein En hora (böser Blick), kein Misso meschunnoh (unnatürlicher Tod), Askoro (Scharlach), was die Kinder sterben vor dreizehn Jahr, un es soll nicht gewältigen an sie keine Schedim (Dämonen) un Ruchaus welilin ruchaus roaus (böse Geister und Nachtgespenster), un sollst meine Kinder das Herz stärken in der Tauroh un ihr Herz solle offen sein als die Tür von Aulom (statt: Ullam) hechol („Halle des Tempels", vgl. 1. Könige 7, 21) un mir sollen sehn von die Bonim uwne wonim (Kinder und Kindeskinder) Auskim batauroh uwemizwaus (Pfleger des Thorastudiums und der guten Werke) unter meine Augen un kein Traurigkeit un zu heilen alle Makkaus (Wunden) un alle meine Gebrechnis un nit zu hören kein Jammer un Klag in mein Gewul (Kreis) un in mein Hausgesind. Un speis mich durch Deine Hand un nit von Bosor wedom (Fleisch und Blut-Menschen) un las mich saucheh sein (würdige mich), zu hören un zu sehen jeschuaus tauwaus wenechomaus (gute und trostreiche Nachrichten) von alle die Meinigen! Omen seloh. Jehi rozaun milfonecho Adaunoj Elauhaj welauhe awausai (Es sei Dein Wille, Ewiger, mein Gott und Gott meiner Väter), es soll bewilligt sein vor Dir in Himmel, unsre Tefillaus (Gebete), die sollen gereichen in Bes hamikdosch (Heiligtum in Jerusalem), weniroh: es soll gesehn werden vor die Schechinoh (Gegenwart Gottes), wejiro^V. un es soll sein bewilligt mit die Tefillaus (Gebeten) von die Zaddikim (Gerechten) wejischoma: un es sollen weren gehört mein Tefillo allezeit von H"k"b"h (Gott) mejippoked: un es sollen weren gedacht bis'ehus (wegen des Verdienstes) Soroh (Sarahs). Du sollst geben zu den Rausch chaudesch die Benschung (Segnung) zu Scholaum (Frieden) un gering Gemüt un lang Leben un gute Gedanken, ein Leben zu Brocho (Segen) un Parnossoh tauwo (guten Unterhalt), diß kein Schwachheit solle sein derbei un auch schel auscher wechowaud (reich und geehrt). Ich will loben Dich, zu ewig ist Dein Gnade. Habe angerufen, Du sollst mich anrufen un anentfern in der Weiternis; denn, wenn Du, Gott, bist mit mir, kann mir keiner nichts tun. Behüt mich un helf bis'chus rabbim (durch das Verdienst vieler) un durch mein s'chus! Omen.