Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 3-4 (1915) · p. Seite 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
3-4 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 49 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2638044-2638068-2638070--1685-2639057
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 49 — (wegen des Verdienstes) unsre fromme Owaus (Väter) Awrohom, Jizchok un Jakauw! Eibbaun hoaulomim (Herr der Welten), Du tust uns rufen „Segullosi" (Exod. 19, 5) d. i. deitscli: „etz seitz mein geliebt Volk" un mir tuen Dich rufen „unser lieber Vater" un beten, Du sollst uns geben un alle, was sich bemühen tun in der heilige Tauroh un mechabber sein (verfassen) heilige Seforim (Bücher) un was seinen uns mesadder techinnaus (Gebete verfassen)! Sollen mir saucheh sein (gewürdigt werden), zu haben Kinder und Kindskinder, Sera koscher wekajjomim (fromme und dauernde Nachkommenschaft) un sollen Gott dienen belew tomim (lauteren Herzens) un mit Liebschaft, als eine die Zaddikim rischau - nim (früheren Gerechten)! Omen. R"b"sch"a (Herr der Welt)! Es soll der Willen sein vor Dir, Gott und Gott meiner Eltern, Du sollst beneien auf uns den Chaudesch zu Guten un zu Leben zu Benschung! Ein Leben von Parnossoh tauwoh (gutem Unterhalt), ein Leben, als mir sollen geschwächt weren meine Glieder (Uebersetzung des hebr.: chilluts atsamoth), ein Leben ohne Sünd, ohne Schand un eine (ohne) Spott un ohne Beschämung un ein Leben von Reichtum un Ehr, ein Leben, es soll sein derfüllt unsre Anheißung von unsern Herzen zu Guten un zu Leben, zu Parnossoh tauwoh Rachamim (so! gutem Unterhalt und Erbarmen). Zaddik jauschew al kisse rachamim (der Allgerechte, der thront aut dem Thron der Barmherzigkeit), der soll mir auftun zu mein Tefilloh (Gebet) alls die sieben Himmel un mich vernehmen, was ich will haben. R"b"sch"a! Voran tue ich beten, als Du sollst mir vergeben meine Sünd, was ich habe wider die Leut getan, dermit als ich solle können gegen Dir einmal rein kommen auf jener Welt, der- Channoh mit als ich soll Menuchoh (Ruhe) haben in Kewer (Grab). Un bei mein Leben sollst Du tun mit uns lauter Derbarmherzigkeit, un Du sollst mich derhören, als wie Du hast derhört unser Mutter Channoh. Denn ich arm Weib, ich will Dir alls klagen, was mir auf den Herzen liegt. Denn ich tue alls zu Dir beten, als wie ein Kind zu sein Vater beten tut, wie es geschrieben steht: kerachem ow al bonim (Ps. 103, 13 „wie ein Vater sich erbarmt der Kinder"), aso sollstu Dich auch derbarmen als ein Vater über sein Kind. R"b,;sch"a! Da hast mir geholfen un Du sollst mir weiter helfeti. Du sollst mir zuschicken gute Malochim (Engel), die mich sollen führen in den rechten Weg un ich solle gespeist weren von Deine Hand un nicht chas wescholaum (Gott bewahre!) von die Leut, dermit als ich soll nit zu Schiflus (Erniedrigung) kommen un daß kein En hora (böser Blick) soll können schaulet sein (herrschen), un sei uns mazzil (bewahre uns) vor Geseraus roaus chas wescholaum (bösen Verhängnissen, Gott bewahre!). Un ich soll leben in ein gering Gemüt un in Scholaum (Frieden)! Omen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.