Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 45 — galleh saudaus [Geheimnisse enthüllt] gewesen. Aso soll an mir un' an meine Kinder un' Kindeskinder auch mekujjom [bestätigt] werden, daß sollen von uns ausgehen Talmidim (sie) chachomim [Gelehrte] un' sollen megalleh sein saudaus ha-Tauroh [enthüllen Geheimnisse der heiligen Lehre]. Omen! Ribbaun ho-aulomim adaun kol ho-adaunim [Herrscher der Welten Herr aller Herren], derbarmiger Gott! Tue mir mit Ginod [Gnade] im' helf mir im' mein Mann, meine Kinder von Außenliegenes. Bis'chus seh [um dieses Verdienstes willen] soll der Schabbos auf uns mechapper [versöhnend] sein, wie Jaum Kippur [Versöhnungstag], der heißt Schabbos schabbosaun [Sabbat der Sabbate] un7 laß uns mekujjom [bestätigt] weren die drei Ausiaus [Buchstaben) von Schabbos, was sie bedeuten: die Seh von Schabbos bedeutet auf Dein heiligen Namen Schaddai [Allmächtige] un' die b bedeutet auf die Tauroh, die fangt an mit eine b bereschis [im Anfang], die s [th] bedeutet techi, das ist deutsch: lebe! Omen, Seloh! Ribbaunau schel Aulom [Herr der Welten], heint (heut) der Tag ist mein Neschomoh [Seele] ohn? Reinigkeit. Drum, lieber Gott, gieb mir in Herzen, als ich soll mich kennen aufhalten mein Rauges [Zorn]. Dann will ich tun mein Tefilloh [Gebet] mit Brocho Kawonoh gedauloh [Segen, große Andacht] mit Grund mein Herzen. Lieber Gott! Du sollst vor Dir nehmen mein Gebet von j"b Schewotim [den zwölf Stämmen]. Lieber Gott! Weil ich tue ehren den heiligen Schabbos, drum soll ich saucheh sein [gewürdigt werden], daß ich soll haben lauter Brocho wehazlocho [Segen und Glück] in allen mein Tun un' Lebenstag. Omen, Seloh! Lieber Herrgott! Du sollst geben den Schabbos zu Ruhung un' zu Gedächtnis, als mir sein Dein Volk Jisroel. Auch hast Du gebenscht den siebenten Tag, daß Schabbos sein solle ein Wahrzeichen, daß mir sein Dein Volk. Drum, lieber Herrgott, verlasse uns nicht un gebe (sie) uns Parnosso tau wo [gute Verdienste, (statt der o am Ende steht der volkstümlichen Aussprache gemäß e)j, zu halten un' ehren Dein Sehabbes (so statt Schabbos) in Ewigkeit, Omen! R"b"sch"a [Herr der Welt]! Laß mich derieben alle Simchaus [sie, Freuden], als ich soll recht Schabbos halten, daß ich ch"w [Gott bewahre!] soll nicht in Zänkerei oder zu Fluchen kommen, dermit als der Sched [Dämon] soll kein Macht haben über mir un' mekatreg [Ankläger] zu sein zu den lieben Schabbos kaudesch [heilig] —, der Malach [Engel], was ausruft den Schabbos, was soll eingehn, der soll mein Fürsprecher sein. Du lieber Gott! Du heißt mich nicht lassen o[h]n Schabbos nn mir sollen können ehren den lieben Schabbos, drum tut sich mein Herz derfreuen, wenn der Schabbos eingeht. Du lieber Gott! Laß die Schechinoh [göttliche Majestät] ruhen in mein Haus, als ich solle mit mein Mann un' Kinder sitzen mit alle Sänftigkeit über mein Tisch bis hundert Jahr. Omen, Seloh!