Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — Seder techinnoth ubakkaschot. (Gebet- und Andachtsbuch). Die Techinno [Gebet] sagt man, wann der Schabbos eingeht. Ribbaun ho-aulomim [Herr der Welten]! Laß mich sauche sein [das Glück erleben] recht Schabbos zu halten mit alle Taanugim [Freuden]} un ich soll haben, mechabbed zu sein [zu ehren] den lieben Schabbos mit alle Kibbudim [Ehren] ohn' Sorg un' ohne Aussenliegenes. wie der Possuk [Schriftvers] geht: Wekoroso le-Schabbos auneg (Jes. 58,13), das ist deutseh: „Du sollst rufen den Schabbos „auneg" [Ergötzen]. Der Sauhar [das bekannte kabbalistische Hauptwerk] schreibt: „Wenn der Schabbos recht gehalten wird bechowaud [in Ehren], hat der Mensch Aulom habbo [die künftige Welt], das ist lauter Schabbos, da hat er ein rechten Auneg; denn die Ausiaus [Buchstaben] von Auneg weisen Gan eden [Paradies]. Aber wenn man den Schabbos mewasse ist [entweiht], wert aus „Auneg" „nega" [Schaden], so kommen auf den Menschen Negoim [Schäden],' chass wescholaum [Gott bewahre]. Daher bitte ich Dich, mein Vater, sei mich mesakkeh [beglücke mich] mit Menucho [Ruhe] un' mit Simcho [Freude], mit Auscher [Wohlhabenheit] wechowaud [und Ehre] un' Hazlocho [Glück]! Un' soll alls von Meinigen sein als wie die Chachomim [Weisen] haben gesagt: „Asseh schabbatcho lechaul [sie] weal tiztorech labriaus", (Talm. b. Schabbat 118, Pesach. 112, 113) das ist deutsch: „Mache dein Schabbos zu Woch un' brauche nit Leutens Gab"! Aso solle ich haben alle Taanugim [Freuden], von Dir zu empfangen die heilige Tauroh [Lehre] von Schabbos. Un' die heilige Malochim [Engel], die da sein kommen zu empfangen den Schabbos, die sollen mich hüten vor allen Bösen, wie der Posuk [Schriftvers] schreibt: „Ki malochow jezaweh loch lischmorcho bechol derochedm" (Psalm 91,11), das ist deutsch: „Die Malochim [Engel] sollen mich hüten in alle meinen Weg un5 Steg, bifrat [insbesondere] der Maloch [Engel], was Schabbos hüt\ der soll Obacht auf mir geben un* solle mich hüten von Mekatrigim [Anklägern vor Gott] un5 von Chatoim [Sünden] un' suli mich mazzil sein [retten] von Jezer horo [bösem Trieb], daß er den Menschen nicht absonderliche Michscholim [Fallstricke] zuschicken tut an den heiligen Schabbos, hen Issur deauraiso, [d. i.] was unsere heilige Tauro [Lehre] verboten hat, wehen Issur de-Rabbonon, [d. i.] was unsere Chachomim [Weisen] geassert [verboten] haben. Un' wer recht Schabbos halt, ist gleich, als wenn er kol ha-Tauroh kulloh [die ganze heilige Lehre] mekaj]*em ist [erfüllen würde]. Lieber Vater, laß die Neschomo jesero [die Schabbos-Ueberseele] zu mir kommen mit Guten un' wieder mit Guten weg gehn! Un' laß mich genießen die Mizwoh [heiliges Gebot] von Challoh [Absonderung eines Teiles vom Teige beim Backen der Sabbatbrote]-, denn die Rosche tewaus [Konsonanten] 5 von Challoh macht [bilden die Anfangsbuchstaben von]