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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-2 (1915) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
1-2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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- 34 — Konfekt; Persern und Arabern gilt die Wurzel als kräftiges Aphrodisiacum).150) IL agres (slav. deutsch Agrasel, ung. egres), zu Deutsch Christhaarbeeren (?).151) 12. f r e z k e s c h, zu Deutsch Johannestrauben (wahrsch. unsere Ribisl). 13. m a 1 i n e s (slav. mal in es, ung. mal na, deutsch Himbeeren). 14. pazimkesch (pozimkesch, wahrsch. Erdbeeren)151a) und dgl., die teils ganz, so wie sie gewachsen sind, teils zerquetscht (gesotten) gegessen werden. 15. Pomeranzenschalen (m r a n z 1. p o m.). 16. k'm e h i n u. p i t r i j o t h, die man (zu Deutsch) „Schwämmlech" (Schwämme) nennt, gekocht oder eingelegt (? m'ruqachin) ,152) 17. Rosenblätter, die man (zu Deutsch) Roseneingemachtes nennt. 18. 19. Grüner Pfeffer oder Ingwer (freilich, wie bemerkt wird, in diesen Gegenden nicht vorhanden), die in natura oder in Honig bezw. Zucker eingelegt gegessen werden. 20. j a g d e s c h (slav. j a g o - d e s c h , Brombeeren), die man hierzulande ganz zu zerquetschen pflegt und die man dann „gepregelte Jagodesch" nennt. Letztere Sorte kommt in dem viel älteren Ritualwerke Rabijah (1, 95) in der deutschen Form Brombeers und in der franz. Form p r i z s c h f r a i s e s vor (Erdbeeren?). Sehr gebraucht als Zugemüse153) sind natürlich die Hülsenfrüchte. Ihr allgemeiner Name im Talmud und demgemäss auch in den Ritualwerken ist q i t n i t h, wozu der ort genannte Elia L e v i t a folgendes bemerkt:154) „Die Mehrzahl ist q i t n i o t h, in der heil. Sprache z r'on i m, auf Deutsch Z u m i s (oben S. 33), it. 1 e g u m i oder m i n u t i a, (letzteres) so genannt wegen ihrer Kleinheit, analog mit q i t n i t h (von q a t a n klein)". Das von Levita gebrauchte deutsche Wort „Zumis" lautet155) richtiger Zumüse, Zugemüse oder Zuspeise (letzteres Wort ist im Jargon ebenfalls gebräuchlich, doch ist das mit „Zimmes" mehr der Fall); das von ihm gebrauchte it. Wort m i n u t i a gehörte ohne Zweifel der it. Volkssprache an. „Gold- Zimmes" sind gelbe Rüben.156) Diese Art Gemüse, von Pflanzen, bei denen nicht der essbare Kern, sondern die essbare Wurzel gegessen wird, fällt freilich nach talmudisch-rabbinischen Begriffen unter eine andere Kategorie. Zu jenen gehören: Bohnen, Erbsen, Linsen, Reis, 150) Meyers gross. Konv.-Lexikon, 6. Aufl., 1, 87. 151) So lese ich statt „Christjahrbeeren". 151a) 'erper in Leket Joscher 2, 6 ist deutsch Erdbeere, mhd. ert-ber (das. 2, 111). Andere zahlreiche Nachweise zu den verschiedensten Beeren s. bei I. Low, Pflanzennamen bei Raschi Nr. 68. 152) Beide, nämlich kmehin-Schwämme und pitrijoth-Trüffeln, werden im Talmud und in den Ritualcodices häufig abgehandelt; essbare Pilze in Palästina s. Tanchum Jeruschalmi bei Bacher S. 7. Ein dritter talm. Name ist ardi. Für alle drei findet man bei Raschi altfr. boliz und dgl, d. i. b o 1 e z, s. Low, Pflanzenn. bei Raschi Nr. 32, desgleichen ' it. funghi in T 16a, vgl. Arukh 4, 246; 6, 318 Note 7. kmehin zu Deutsch phefferlinc Leket Joscher 2, 3. 153) Noch konnte ich in den Ritualwerken Kartoffeln nicht finden; freilich ist deren Verbreitung kaum erst 150 Jahre alt. Im polnischen Jargon nennt man sie b u 1 b u s c h. 154) In seinem Wörterbuch Tischbi. 155) Nach den Ausführungen von Q r ü n b a u m, Chrestomathie S. 506. 156) Verzeichnet in Mitteil, der Gesellsch. f. j. Volkskunde 1, 101.

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