Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-2 (1915) · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
1-2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2638044-2638068-2638069--1665-2639036
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

32 — MV ab bschtri, fehlt in vielen Pärallelwerken, s. die Anm. zu Rabijah 1, 100 unten) nannte, welches Gericht von Raschi, in bezug auf die Benediktion, als Baumfrucht behandelt wurde, obzwar der sichtbar vorhandene Honig auch diesen zu beachten geboten hätte; in der Tat lauten andere Berichte so, dass der grosse Lehrer nur s c h e h a k o 1 als b'r a k h a darüber sprach, da die Nüsse ihre natürliche Beschaffenheit eingebüsst hätten. Manches Obst, z. B, Trauben und Granatäpfel, pflegte man zuweilen auch als Zukost zum Brot zu essen,139) aber in der Regel figurierte das Obst nur als Nachtisch (Dessert), wie schon in talmudischer Zeit. An fremden Obstnamen kommen vor: in Siddur R. 130 qo (r)- d o i n altfr. c o d o i n , neufr. c o i n g Quitte, dasselbe in T 23 a. codonii in it. Form: cotogna,140) freilich nicht als Speise, sondern in der Frage, ob die Quitte als Ersatz für den rituellen Ethrog dienen kann; 1 i m o n i (SL 64, T 23 a) Limone, in der Beziehung, dass man aus ihr, ebenso wie aus Äpfeln und Granatäpfeln, Saft ausdrückte (Limonade machte);141) p r u n s c h (mit zahlreichen Varianten) altfr. pruns Pflaumen, pruniel prunelles Schlehenpflaume (beides bei Raschi zu b." Berakh. 39 a bezw. zu Sabb. 23 a); vgl. it. prugna (in Arukh 3, 155 a und in T. 23 a);142) cirischisch altfr. c e r i s e s Kirschen (letzteres deutsche Wort s. Tischbi s. v. gudgad); prscheisch (bei Raschi) altfr. perseches Pfirsiche (talmudisch aprskin persica häufig); k o r m i s c h (bei Raschi b. Berakh. 40 b) fr. c o r m e s Spierlinge, vgl. s o r b a (T 23 a) it. s o r b a.143) Wenn das, was Elia L e v i t a berichtet,144) sich bewahrheitet, dass nämlich getrocknete Trauben (bh. z'm u k i m) auch in Venedig s i m m u k i heissen, muss diese Frucht teils im Handel, teils in der Küche bei den Juden sehr stark verbreitet gewesen sein, denn der hebr. Name kann nur durch sie verbreitet worden sein; als Analogie dient der Ausdruck Zibeben (grosse Rosinen), von arab. z e b i b, das sich bei den Italienern als z i b i b b o festgesetzt hat. 139) R. Chananel in Rabijah 1, 100. 14°) Mehr s. bei I. L ö w, Aram. Pflanzennamen S. 144; REJ 27, 248; Pflanzennamen bei Raschi Nr. 103; Sehl essin ger Nr. 104. 141) Bedeutet „so auch die Limonen, die neu sind" in SL das., dass man den Saft ausdrückte, solange die Frucht neu war, oder, dass diese Frucht erst neuerdings [in Europa oder in Italien] auftauchte und deshalb erst jetzt zu der dort berührten halakhischen Frage Anlass gab? In letzterem Falle hätten wir hierin eine bedeutsame kulturhistorische Nachricht. Nach' Hehn, Kulturpflanzen, 7. Aufl., S. 444f. kam die Limone (arab. Limün) zur Zeit der Kreuzzüge in Europa auf. Tatsächlich finde ich limonja mit der ausdrücklichen Angabe, dass es arabisch sei, im Alpha-Betha des- •Ben-Sira (ed. Ven. 1544) S. 21b, doch folgt noch darauf „die man einsalzt", was mir unerklärlich ist. Der deutsche Ausdruck „Zitrone" für diese Frucht ist bekanntlich irrig; in jüdischen Kreisen aber hört man heute noch ganz richtig l'miine dafür. Siehe auch Güdemann, Erziehungswesen 3, 25» und 137, wo eine interessante Notiz aus Leket Joscher (seitdem gedruckt: ed. Freimahn 1, 60). Limonja s. auch in Anm. zu Tur J.D. § 96 und in Türe Zahab J. D. das. 11. 142) J. Low, Pflanzennamen bei Raschi Nr. 93 mit vielen Belegen.. 143) Mehr bei Low das. Nr. 106 und 125. 1U) Grünbaum, Chrestomathie S. 520. . ji

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.