Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 1-2 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 — 2. Gersten- und Hafergraupen.135) 3. qasch'e kasze (vgl. ung. k ä s a) d. i. Brei aus Korn. 4. Lokschen, eine in der jüdischen Küche sehr bekannte Mehlspeise, auch „breite" Lokschen genannt, in Bänder geschnittener Teig, den man vor Antritt des Fastens vom 9. Ab zu essen pflegte, während am Schlussfeste einer gegessen wird, der mehr den Maccheroni ähnlich sieht; mit Recht sagt J. H. Bachrach, Reg. 78b: deutsch primzil (1. gr. Qrimsel und vgl. o.) sei dasselbe, was man in Polen Lokschen (1 a k s c h e n) nennt. 5. ferfil Färbel (s. oben S. 12). 6. triplich (1 kr.) Kräplech. 7. Fladen (s. oben S. 12). 8. t4e r 11 i c h Küchblech (kleine Torten). 9. Hosenblasen (?). 10. kikhlich Küchlech (kleine Kuchen). 11. pirag'esch piroges (?), eine kleinere Art Kräplech, definiert als ein mit Eiern oder mit Wasser angekneteter Teig, den man mit Fleisch und Fisch bezw. mit Käse anfüllt. 12. Eierbeiglech (Eierbeugel). 13. b'l i n s c h'e s c h b 1 i n s z e s , ein mit Fleisch gefüllter Nudelteig, den Kräplech ähnlich, jedoch offen und insofern von ähnlichen Dingen, z. B. von K n i s c h,136) das man in Brody und anderwärts kennt, verschieden. 14. 15. pomp i s z k e s und czerniszkes, ersteres eine Art böhmischer Knödel, aber ohne Füllung, letzteres ein Teig von irgend einem schwarzen (Haide-)Mehl.137) — 16. Jene Graupen werden manchmal mit (poln. ruth.?) bulb'esch d. i. bulbusch Kartoffeln und mit g o g 1 e c h Nr. 1 und Erbsen (a r b'e s) gekocht. 17. Pfannkuchen. 18. Torten (auch Mandeln, Zucker und Eier, die nur des Zusammenhaltens wegen mit ein wenig Mehl gerührt werden). 19. K n i i d 1 i c h Knödlech (es wird angegeben, dass sie gemacht werden entweder aus verriebenen Mazzoth, oder — an sonstigen Tagen — aus verbröckeltem Brot, die man mit Fett, Eier (bezw.) und mit Milch rührt. 20. Fe k e c h Lekech (s. oben S. 27). 21. Eine Suppe, die man aus Röstmehl (d. i. aus gerösteten Ähren gewonnenes Mehl) macht, wobei man das Mehl mit Butter rührt und mit viel Wasser übergiesst. 22. Die vorhin genannten Kochmehlspeisen Färbel, Lokschen und Knödel werden zuweilen bloss ihrer Sauce wegen gekocht, und die Sauce wird separat, ohne die Mehlspeise, „getrunken". 23. Hafer- und Gerstengrütze (auch von ihnen wird zuweilen das Kochwasser allein genossen). 4. Obst, Gemüse, Feldfrüchte. Es ist selbstverständlich, dass im Punkte des Obstgenusses, der ja hauptsächlich in der von der Natur gegebenen Form vor sich :geht, es besondere jüdische Spezialitäten nicht gibt. Immerhin interessieren auch da einige Gerichte und auch die Namen einiger Obstgattungen. Auf den Tisch Raschis kamen mit Honig garnierte Nüsse, die man;altfr. (?) jurb'es138) (Siddur R. 60, in S. Sedarim adb'est, 135) Von diesen unterscheidet er in einem Paragraph vorher (52, Ende) den von Hülsenfrüchten gemachten Brei und (slav.) die reczene kasze, aus der man eine Suppe (deutsch und slavisch gleich) gemacht hat; letzteres ist Haidegraupen. 136) Vgl. Blochs Österr. Wochenschr. 1907 S. 20. 137) Nach genauen Erkundigungen (1914/5) bei galizischen Flüchtlingen und bei Russen. 138) Dieses Fremdwort fehlt in dem Verzeichnis S. Raschi Einl. S. 62. In T 40b erscheint es (nach I. Low REJ 27, 248 fragend) als it. * n o - «c a t o. In „Buch für Alles44 S. 97 entspricht ihm noaii noix Nuss.