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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1915-01-01 · 1-2 (1915) · p. Seite 26

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1915)
Issue
1-2 (1915)
Date
1915-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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— 26 — Betha des Ben-Sira" (ed. Steinschn. Berlin 1858 p. 17 b) wird das junge Kind genährt von mit feinem Mehl gefüllten Huhn,114a) von feinem Brote, von fettem Fleische und altem Weine, u. z. durch ein volles Jahr.114b) In des Jakob Zahalon Ozar ha-Chajjim (Venedig 1683 S. 59 a) wird neben anderen Nahrungsmitteln gewarnt auch vor Hülsenfrüchten, die dem Gedächtnisse schädlich seien, jedoch wird Hühnerhirn empfohlen und als Entree auch heute gern gespeist. Auch die Ochsenzunge wird sehr goutiert, und man versteht sie in den verschiedensten Formen zuzubereiten. In den amüsanten quasi-liturgischen Purimgedichten wird u. a. gesagt, es sei verboten, die Speisen mit Öl bloss abzubrühen, sondern sie müssen: in Fett versenkt sein bezw. gebadet in Fett; ferner lautet eine Strophe: das Gericht in Fett machen! und wieder in einer anderen Strophe werden Salami und pirsoti frisotta (?)114c) empfohlen (alles bei D a v i d s o n , Parody S. 190, Note und S. 191). Unter den orientalischen Juden gilt als Leckerbissen auch das Schwanzstück des Schafes, das aber von den Karäern wiederum nicht gegessen wird, weil sie es für das vom Gesetze verbotene Fett halten. Durch zehn Tage lauter Eidotter zu essen, ist der sichere Tod, es sei denn, dass man sie salzt und qalschioth (? vgl. it. culaccio oben S. 153) daraus macht.114b) 3. Gebäck und gekochte Mehlspeisen. Ganze Mahlzeiten der Juden bestanden nur aus Gebäck oder aus gekochten Mehlspeisen, wie die zahlreichen Verordnungen in Betreff der diesfälligen Benediktionen beweisen. Damit ist ungefähr die Literaturgattung bezeichnet, aus der wir unsere Nachrichten schöpfen. Ein besonderes Interesse kommt in ihr denjenigen Speisen zu, die mit einem Fremdnamen bezeichnet werden. Im älteren Mittelalter haben wir es hauptsächlich mit romanischen (französischen, spanischen, italienischen) Worten zu tun, dann folgen deutsche und zuletzt slavische. Die Begriffe p a n i c a t a und chalorcocte s. bereits oben beim „Berches". Der dort berührte Begriff „Brotform" spielt in allen derartigen Feststellungen eine grosse Rolle; was keine Brotform hat, gehört zur Kategorie „Mehlspeise". Deshalb nun bemerkt R. Meir b. Barukh aus Rotenburg a. T., dass diejenige Speise mit etwas Mehl darin, die man deutsch [z u] m i s nenne, oder Pfannkuchen, oder (franz.) vermicelles, nur Mehlspeisen und nicht Brote seien115) 114a) Vgl. „Das Huhn des R. Abba" b. Sabb. 145b, Bacher, pal. Am. 3, 520. 114b) Wahrscheinlich wirkt Jes. 7, 16 und 22 weiter. mc) Ein it. Wort, etwa fricassata, fr. fricassee, ein Gericht von kleingeschnittenem Fleisch. il4d) Alpha-Beta des Ben-Sira p. 23a. li5) In des Abrahams b. R. Barukh Seder B'rakhoth, neuerdings abgedruckt im Jahrb. der jüd.-lit. Gesellschaft (Frankf. a. M. 1909), 6 hebr. S. 19. Aber der Herausgeber hat moisch (moiz) unerklärt gelassen; es ist wohl altdeutsch z u m i s, oder z ü m i s, das Elia Levita im Wb. Tischbi unter Schlagwort qtnith erwähnt; s. Grünbaum, jüd.-deutsche Chrestomathie S. 506. Vgl. althd. muos cibi ex oleribus. In dem Satze (Abrahams das.) ist mir das Wort buscha unerklärlich; das andere Fremdwort ist Pfannkuchen. Das. auch vermicelles, deutsch Grimsel. Vgl. Rabijah 1, 99, wo vermicelles und pastidas. Das. 81 diese zwei und qlschinsch (unten S. 29 und hier oben qalschioth).

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