Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 3 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-100 — Ostwald Wilh., Monistisch* Sonntagspredigten Band 1 und 2. Leipzig 1912, Akademische Verlagsanstalt. Diese gedankenvollen, in ihrer Klarheit und hinreißenden Kraft der Ueberredttng wie ein stärkendes Bad wirkenden Heden fordern als Dokumente eines grundehrlichen Mannes, der auf der Höhe seiner Wissenschaft steht, die allgemein*» Beachtung. Das Schönste und Erhabenste, was von diesem Ausgangspunkt eine edle Seele an Ausblicken in das Leben linden kann, ist hier gesagt, zur Kritik Geist und Gewissen fesselnder Dogmen das beste Küstzeug gesammelt. Für die aber, denen die Erfahrung des Herzens noch andere Wege weist, sind die Schlnßkapitel von Bd. 1 (über Tod, Unsterblichkeit un/I Gebet) nicht überzeugend. Das Judentum ist nur nach landläufigen Begriffen behandelt, daher nicht hinreichend in seiner geiüt befreienden Tendenz gewürdigt. \l. II.St.Chaniberlain, Wehr u nd G exen wehr. München 1912.F. Bruckmann. M. 1.—. In diesem Vorwort ziir 3. und zur 4. Auflage der „Grundlagen des 19. Jahrhunderts* verficht Chambeilain die Erlösung des indogermanischen von dem semitischen Geist. Dieser wird nicht allein von Juden, sondern mitunter auch von echt germanischen Orthodoxen (45) verfochten. Uebrigens ist nach Chamberlaiu der Jude nicht reiner Semit. Somit träfe ihn diese phantastische Polemik niehr eigentlich. Zu bedauern ist nur, daß die wissenschaftlichen Widerlegungen dieses gefährlichen Pamphlets nicht so weit durchdringen, daß seiner Verbreitung Einhalt geboten würde. L. Mcyor K„ Der Papyrusfund von Elephantine. Leipzig 1912, J. C. Ilinrichs. M. 2.-. Die zahlreiche Literatur über diesen in jeder Hinsicht wichtigen Fund vermehrt Meyer durch neue Kombinationen von fundamentaler Bedeutung für die nhjüdische Religionsgesehiehte. Ob wirklich die S. 57 angeführte Notiz zu dem weit gehenden Schluß berechtigt, daß neben Jahu weibliche Gottheiten vereint worden seien, ist fraglich. Es handelt sich um Spenden, wie sie ja z. B. auch heute noch oft genug von Juden Kirchenbauten und dergleichen gewidmet werden. Meyeis Ergebnisse spricht zusammenfassend der Satz aus (S. 9t>): „So zeigt sich aufs neue in der anschaulichsten Weise, daß das Judentum eine Schöpfung des Perselreichs ist", eine von ihm schon früher verfochtene These. K. Lamm L., Die jüdischen Friedhofe in Kriegshaber, Butten wiesen und Binswangen. Berlin 1912, Louis Lamm. Das Schriftchen soll eine Reihe von Beiträgen zur Geschichte dieser Judengemeinden einleiten. Seite 20 sind die eigenartigen Abgaben besonders beachtenswert. L. Wiener Almauacb. Herausg. J. Jaeger. 21. Jahrgang. Wien 1912, Mor. Peries. Aus dem überreich ausgestatteten Band verzeichnen wir Oborhausers „Besuch der Königin von Saba", den Artikel „Die Frauen des Wiener Kongresses** von Karl Fuchs, der von der „Rahel*4 zu wenig Notiz nimmt und den Krei« Arnstein- Fries ganz außer Betracht gelassen hat, ^Gustavs Abschied von Lea4* von F.F.Schuster, H. Danaults „Alte Kastanienallee*4, erinnert uns stark an Max Liebermann. Es ist ein Buch, das jeder Wiener sein eigen nennen sollte. L. H. Jennings, Die Rosenkreuzer. Deutsch von A. v. d. Linden. Berlin 1912, Herin. Barsdorf. M. 12.—. An dem Gegenstande sind so viele interessiert, daß gewiß jeder voller Wißbegierde nach diesem Buche greifen wird. Wenn nun auch der letzte Schleier des Rätsels hier nicht gelüftet wird, so wird man doch für eine Fülle brauchbaren Materiales dankbar sein müssen. Was Band 1 Seite 12 von den Wunderlampen gesagt wird, findet eine Ergänzung in diesen „Mitteilungen4*, Heft 2, S. 36* fg. „Jachin und Boaz", Simon ben Jochai, auch sonst der Talmud (so II 51), Moses,