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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 3 (1912) · p. Seite 101

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
3 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 101 (sequence 29)
Language
German
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— KU — David, Salome- (II 131) und vieles andere aus dem hebräisch-jüdischen Kreis wird herangezogen oder gestreift. Sicherlieh von allgemeinstem Interesse sind die * Untersuchungen über die Herkunft der französischen Lilie, des „Steins der Weisen" des Grals, der Attila der Husaren, der Perücke der englischen Richter, des Fackeltanzes am Berliner Hof und anderer Zeichen und Formen. ' Mürikes sämtliche Werke in drei Bänden. Leidig. Tempelverlag. Was schon so oft von der philologischen Akribie und vornehmen Ausstattung «ier „Tempelklassiker' ire-agt worden ist, gilt in hervorragendem Maße von dieser Mörikeausgahe. Man mochte es kaum glauben. daß diese Perlen so lange auf ihre Entdeckung warten mußten. Unter den Gedichten behandeln einen" jüdischen liegenstand Seite fiS der „Chor judischer Mädchen", Seite 180 die wunderbare Bekehrung eines Judenmädchens, die wir freilich mehr dem Pfarrer Mürike als dem feinsinnigen Dichter auf Rechnung setzen, allenfalls noch Seite '22 das launige ..Alles mit Maß". Der 2. Band enthält den „Maler Nohen", der :•>. die berulnme Prager Reiso Mozarts, Autobiographisches, darunter spiritistische Krleniii><e (Su-j 353 fT.) u. a. m.; , Velhairen uud Klasings Volksbucher. Nummer -U, -M und MK Im»» Nummer M. 0.60. Diese spottbilligen und dabei nach Inhalt wie Ausstattung vornehmen Volksi'üher bilden eine Glanzleistung des deutschen Buchhandels. Eugen Zabel behandelt die moderne Bühnenkunst, wobei n.n u i! Ii .:u"h Dawjson, Sonnenthal und andere Künstler jüdischen Stammes nach Gebühr ewertet werden, E. Diez schildeit uns Jean Frangois Millet, den getieuen "hüler des Alten Testaments, dessen Werke, ohne biblische Gegenstände zu zahlen, eine so mächtige „biblische" Wirkung erzielen. Daniel i'hodowiecki, ier geniale Zeichner Mos. Mendelssohns und seiner Zeit (vgl. Seite 21) das Poitiat ies Kaufmanns Levin) wird von Frida Schottmüller behandelt. R. Georg von Lnkacs, Die Seele und die Formen. Berlin \\) 2, ICgon Fleischel «fc Co. M. ö.—. Kin Meister ästhetischer Analyse hat hier eine Reihe auf den ersten!)!:■ k v-cht disparater Charakterköpfe zu einem einheitlichen Ganzen gelugt, indem er si«* als Typen des Versuches, Form uud Leben zu versöhnen, behandelt. Novalis md Kierkegaard, Storni und Stefan George, jeder findet hier seinen Platz, als s"i es im Plan des Buches so vorgesehen, l'nter diesem einheitlichen Gesichtspunkt ei scheint mancher dieser Charakterköpfe in einem neuen Lichte. M. Im ...Jüdischen Verlag*4, Berlin W. 15, sind erschienen: I>. Trietsch, Palästina-Handbuch. 1912. M. 3.—. E. Auerbach, Palästina als Judenland. M. 0.30. Protokoll des X. Zionisten-Kongresses. M. 1.50. Das bereits in 8. Auflage erscheinende Palästina-Hand buch bietet i"dem Kulturmenschen des Wissenswerten die Fülle. In den Angaben für Palästina-Touristen hatten wir eine uns von Bädeker usw. angewöhnte größere Detaillierung gewünscht. Auerbach erklärt: „Wir sind nicht so töricht, ein jüdisches Keich aufrichten zu wollen. Wir wollen nur, daß in dieser Provinz des Türkischen Reiches sich ein Zentrum jüdischer Kultur, ein jüdisches Gemeindewesen bildet, eine Heimat, die das jüdische Volk nur im Lande der Vater finden kann.- Das Kongreß-Protokoll bietet eine Lektüre von ungewöhnlicher Spannung Das Hebräische als Kongreßsprache, die Erörterung über die Stellung des Zionismus zum Judentum als Religion und vieles andere ist von hohem Interesse für die weitesten Kreise. Lehmann P., Akabjah. Ders., Akabjahs Ruf. Halle a. S. lüll, Otto Hendel, ä M. 3.—.

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