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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 3 (1912) · p. Seite 99

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
3 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 99 (sequence 27)
Language
German
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— 99 — Goldene Klassiker-Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong & Co Xestrojs Werke, herausgegeben v. 0. Rommel. Raimunds Werke, herausgegeben v. Rud. Fürst. Alle Ansprüche, die selbst eine strenge Kritik an Inhalt und Ausstattung stellen kann, sind hier erfüllt. Die beiden lieben Gesellen kommen einem, so im »Staatskleid unter die Klassiker erhoben, ein wenig fremd vor. Sorgfältige Einleitungen, ausführliche Anmerkungen und Worterklärungen erhöhen den Wert der mit aller philologischen Gewissenhaftigkeit revidierten Texte. Wie uns Raimund in das Reich der Träume entführt, macht Nestroy uns immer noch so herzlich lachen, daß wir ihm selbst die Alauscheleien in „Judith und Holofernes" nicht gar so verübeln können. Claudios Grillet, La Bible dans Victor Hugo. Lyon 1910. Emmanuel Vitte. Wenn Hugo von James Darmstetter als Je plus biblbpie des gcnies modernesbezeichnet wild und der Dichter selbst gesteht: „La Bible. e'est m<»u Uwe!", so wird in dem vorliegenden, umfangreichen Bande bis ins einzelne d«'r Beweis hierfür erbracht. In der Tat ist Hugo durchtiänkt vom Geist des Alten?">taments, und selbst in den Werken, die als antireligiös verschrien wurden, »igt er sich, abgesehen von genauen Zitaten, die bei seinem berühmten Gedächtnis nicht wundernehmen, als Schüler eines Hiob, Jesaja und Ezechiel. Der \ ei fasser sagt von ihm: „Hugo est le prophete modern»' II represente. aupiv> :Iiis de la Revolution, la tradition des prophetes d'lsra-l.u Es ist ein lehr- < :ches Buch. R. Nikolaus Müller, Die jüdische Katakombe am Monteverde , u Rom. »Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Vi.ssenschaft des Judentums. Leipzig lü 12, Gustav Fuck. 14.J S. S°. Mit 12 Ahl». Aus der Fülle der durch die Ausgrabung der jüdischen Xekn.pole am Münteverde gelieferten Tatsachen ist erstens zu erwähnen, daß sie an Reichtum <'>"V architektonischen Formen alle seither bekanntgewordenen jüdisch n und christ- •hen Katakomben Roms in den Schatten stellt. Aber eine noch weit reichere Ai-wechselung als in iiireu Räumen bietet die Xekropole in ihren Gräbern dar, 'i; dem nicht weniger als elf verschiedene Grabtypen entdeckt wurden. Er- ^iihnonswert ist auch, daß die Erbauer der Katakombe sich anfänglich gegen;I iliche Darstellungen auf Inschriften ablehnend verhielten. Was die Inschriften angelangt, so zeigten von HM nur' 5 Nummern hebräische Texte. Auffallend i>t •;ie sehr geringe Zahl der alttestamentlichen Namen. Die Inschriften zeugen für sechs romische Gemeinden, darunter eine ganz neue der Bernaclesier. Vier Steine '-"Uten auf ahronidische Abstammung der Beerdigten hin. wofür bisher Rom nur einen Beleg geboten hatte. Die neuen Funde datieren vom 1. bis zum 4. nachchristlichen Jahrhundert. Die Ausstattung des Buches ist eine vorzügliche. Auszusetzen ist, daü samtliche Abbildungen Inschriften reproduzieren. Da die Schrift wohl für einen girieren Leserkreis berechnet ist, so würden Illustrationen allgemeineren Charakters, wie z. B. von Grabeinrichtungen und Grabbeigaben, anziehender gewesen sein. S. Wrissenberg. Jacob B., Der Pentateuch. Leipzig 1905, Veit & Comp. M. 12. Das Buch bedeutet eine Umkehrung der Bibelexegese von Grund aus. Blatt für Blatt fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Hinter einem scheinbaren Labyrinth von Zahlen und Symbolen enthüllt sich ein schlichtes, streng geschlossenes System erhabenster Gedanken, eine gewaltige Predigt in stummen ZitTern und Zeichen. Hier ist eine „Theologie des Alten Testaments" geschaffen. Und das Ganze durchzieht ein fröhlicher Kampfesmut, das kraftvolle Bewußtsein des errungenen Sieges. Man begreift, weshalb die herrschende Schule das Buch totschweigt. &

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