Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 3 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- 98 - Bücherschau. Lnzzatti L.« Freiheit des Gewissens und Wissens. Deutsch von Dr. J. Bluwstein. Leipzig 1911, Duncker u. Humblot. M. 3.—. Dieses Buch des bekannten Staatsmannes und Gelehrten zählen wir unbedenklich zu den besten, die uns die Weltliteratur seit langem beschert hat. Zu einer Zeit, als der sog. wissenschaftliche Materialismus auf der Höhe seiner Triumphe stand, hat Luzzatti bereits dem Recht des Glaubens, des Spiritualismus mit aller Entschlossenheit das Wort geredet. Freiheit der Gewissen und Freiheit der Wissenschaft, das ist seine Forderung, die er mit erstaunlicher Gelehrsamkeit und Gedankentiefe in hinreißender Sprache begründet. Sowie er entrüstet den Antisemitismus verwirft, unterlaßt er es auch nicht, auf die Keime der religiösen Toleranz im Judentume wenigstens hinzuweisen, ein Thema, das eine eigene Monographie verdiente. L. Wassermann J., Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens, neriin 1912, S. Fischer. M. 3.50, geb. M. 4.50. Wassermann hat es hier so meisterhaft verstanden, den Ton der Volkserzählung zu treffen, daß man wie unter einem Zauber das Buch von Anfang bis ,zu Ende in einem Zuge durchlesen muß. Besonders gelungen erscheint die Charakteristik eines Feuerbaeh, Daumer u. a. Die scharfe politische Spitze stört nicht, sie gibt dem Ganzen noch einen besonderen Reiz. K. W. Ferdinand Lassalle, Reden und Schuften in Auswahl herausgegeben v. H. Feid. Wien 1911. Cail Konegen (Krnst Stulpnageh. Lassalle, dem selbst ein Bismarck hat Gerechtigkeit widerfahren lassen und Adolf Wagner die Bedeutung einer historischen Persönlichkeit großen Stiles beimißt, ist bis heute den weitesten -Kreisen nur dem Namen nach bekannt. Diese Ausgabe zeigt von neuem, welches Unrecht man mit diesem Totschweigen eines der größten deutschen Redner und Stilisten schon allein an der deutschen Literatur begangen hat. Die hier abgedruckten Reden verfehlen noch heute ihre Wirkung auf den Leser nicht. S. Die Schriften des Alten Testaments« in Auswahl neuübersetzt un l für die Gegenwart eikliut von H. Gressmann. H. Gunkel u. a. Güttingen, Vandenhoek u. Ruprecht. W. Stärk« Lyrik (Psalmen, Hoheslied und Verwandtes). 1911. M. 4.80, geb. M. G.—. In einem Rand von etwa 280 Seiten eine Fülle von Belehrung für den Laien und Anregung seihst für den Fachmann. Es wundert uns nicht, daß das Werk bereits über 3000 Abonnenten gefunden hat. Seine Vorzüge, nicht zum wenigsten auch der billige l'reis, berechtigen zu der Erwartung, daß es weit übe»* die Kreise der Gelehrten hinaus sich Fretiude erwerben wird. Die Uebersetzungen und Erklärungen stehen auf der Höhe der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnis. M. S. Börnes Werke« Hist.-kritische Ausgabe in zwölf Banden, herausgegeben v. L. Geiger u. a. Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin. Der Band M. 2.—, geb. M. 3.— , Lhfrz. M. 4.50. In dieser Prachtausgabe, von der die ersten drei Bande („Jugendschriften*4, „Dramaturgische Blätter", „Verm. Aufsätze, Erzählungen, Reisen**) vorliegen, wird dem Freiheitskämpfer endlich ein Denkmal zuteil, wie er es verdient. Die Bände lassen an zuverlässiger Redaktion, Ausstattung und Handlichkeit alle bisherigen Ausgaben weit hinter sich. R. Koser« Aus dem Leben Friedrichs des Großen. Stuttgart, J. G. Cotta. M. 0.30. Ein prächtiges Heftchen, in dem auch die bis zu einem gewissen Grade toleranten Ansichten des großen Preußenkönigs ihren Platz finden. L.