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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 3 (1912) · p. Seite 88

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
3 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 88 (sequence 16)
Language
German
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— 88 - angesetzt, um darauf hinzuweisen, daß, wie der JTmkippur nur durch unsere Buße sühnende Kraft ausübt, auch der Tod des Gerechten unsere Buße nach sieh ziehen muß. Wenn man nun fragt, weshalb bleibt denn dem Gerechten sein Glück für das Jenseits vorbehalten, so lautet die Antwort, der Gerechte baut auf Gott mit ganzem Herzen, er weiß, Gott wird ihm, wenn auch noch so spät. Gerechtigkeit widerfahren lassen. Der Ungläubige will so rasch wie möglieh den Lohn seiner Taten sehen. Darum genießt er irdisches Glück, und das je nach seinem Verdienst. Ohne jedes Verdienst ist aber kein Mensch. Dem Gerechten winken seine Freuden erst in der Stunde des Todes. Darum heißt es auch, das Wort: „siehe, es war sehr gut'', weise auf den Tod hin. Abarbanel bemerkt: Im Gegensatz zum Tier, das sein Antlitz zu Boden geneigt trägt, ist dem Menschen, um ihm seine Willensfreiheit stets vor Augen zu halten, das Antlitz so geschaffen, «laß er es nach Belieben nach oben oder nach unten richten, bald den höheren» bald den niederen Gewalten sich zuwenden, wenn er stirbt, leben, wenn er lebt, sterben kann. Denn stirbt der Geistige in ihm, so lebt das Leibliche auf, stirbt dieses, so wird der Geist ganz lebendig. Wer nun bestimmt ist, für sein Zeitalter zu leiden, der hat auf dieser Welt besonders schwer zu tragen. Das hat man an dem Verstorbenen sehen können. Darum haben wir uns diesen Tod besonders zu Herzen zu nehmen. „Leb" Herz ist dem Zahlenwert der Buchstaben (~ „bekhi* (Weinen). Er verdient reichlich unsere Tränen. Es gibt kein Tor, durch «las nicht die Träne im Gebet Eingang fände. (Es folgt eine gereimte Kapuzinade auf den Reichtum und seinen Hochmut: es herrscht — r.^rr statt rppS statt Hp~S rrsr statt r>sr.) t : « 7 : / Ein Spaziergang um das Jahr des Juden im ungarischen Oberlande* Von Ij. Klein, Yagujhely. Ganz Elul wird Schofar geblasen, in „Schul", in der Stube, im Hofe, aller Orten. Die andersgläubigen Nachbarn meinen bei dem Lärm: „Die Juden blasen schon die Kälte herbei.*4 Die einen lernen erst, die anderen üben. In den Selichot-Tagenl) „beißt man anu vor Tags. Denn in dieser Zeit fastet groß und klein — zumindest bis Mittag. Am ersten Morgen ißt man Kucheu, den die sorgsame Hausfrau am ') Vor Rosch ha-sebaoa

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