Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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— 35 — der Bilderkreis. Auch das menschliche Leben wird nach den sieben Planeten eingeteilt: Der Säugling ist der Mond, das Kind bis fünf Jahren Merkur, bis zu acht Jahren Venus; der Jüngling bis 18 Jahren Sonne, der Mann von 40 Jahren aufwärts Mars, dem folgt der Alte (|pi) Jupiter und endlich der Greis (ww) Saturn1). Der Himmel wird oft auch CH£ Höhe genannt, wie II. Sam. 2217: Er streckt aus der Höhe seine Hand aus; Jesaja 2418: Die Schleusen der Höhe öffneten sich; Jereinia 2ö..0 neben ICHp pyc: Gott brüllt aus seiner Höhe. Daher wird dieser Ausdruck für Himmel auch oft in der Tradition gebraucht: Wenn Israel das Hallel-Gebet verrichtet, geht seine Stimme in die Höhe. Gott freute sich in seiner Höhe, wie am Tage7 als er die Welt geschaffen hat. Auch Moses hob seine Augen in die Höhe und ging in die Höhe2). Häufiger wird ÜPÜW für Gott gebraucht. Schon Daniel spricht von der Herrschaft der Himmel (423) und dementsprechend wird dieser Ausdruck in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen aufgegriffen, besonders als das ..Joch der himmlischen Herrschaft", „die Furcht vor dem Himmel", Ehre dem Himmel erteilen, das Herz gen Himmel richten, Entweihung des himmlischen Namens, Strafe erleiden durch die Hand des Himmels und überhaupt alles, was durch Gottes Hand geschieht und nicht durch die des Menschen. Auch von naturfarbenen Stoffen heißt es, sie seien durch die Hand des Himmels gefärbt und das Los des Sündenbockes mögen die Feinde des Himmels teilen,H). Auch König Salomo sagt in seinem Gebete (I. Kön. 832ff.): „Höre du Himmel". Sollte denn der König den Himmel angebetet und von diesem erwartet haben, daß er sein Gebet erhören werde? Er rief bloß Gott in diesem Namen an4). Um den Namen Gottes nicht aus- J) Midr. Talpij. 19äff. Der Mensch wird in der ersten Phase seiner Entstehung Licht genannt, nur muß man statt Ps. 97n jht lesen; dem folgt d»ö, wenn der Körper noch flüssig ist; das dritte Stadium ist jj*pn, wenn er sich verdichtet. Sohar II 167 a). 2) nnn1? .fjiy p)p ^nn r\$ jmp ton»*» nyvz Sir r. zu 217 (18a) nnat? nnw a^iyn n tnnjtf avs dhös Jalk. Lev. 520. nno1? nvrs ntycr nyvz Tanch. u^n. r:»j? rrtn □na1? das. und noch öfter. y) n»nv msto Himmelreich ist im N. Testam. mit ßaatXsta tou frsou und ß. twv oöpavwv wiedergegeben, wie im regnum coelorum auch die Pluralform beibehalten ist. Grünbaum, Sagenkunde, 334, 419. Löwy, Monatsschr. 1904, 410. Grünbaum meint, daß während in den polytheistischen Religionen „Himmel" sich in tteöc Deus verwandelte, kam im jüdischen Monotheismus statt twi1?» das verallgemeinernde B»Bff in Gebrauch. Das. 105. Nach L. Low ist dieser Gebrauch in der alexandrinischen Zeit von den Griechen zu den Juden gekommen. Ges. Sehr. I. 179. In der Tat findet sich dieser Gebrauch unzähligemal in den Apokryphen. Zu *niö, >v uv, 't? »ns usw., s. die Stellen bei Geiger, Nachgel. Sehr. IV 287, Lehrb. zur Spr. der Mischnah 26; Low, Ges. Sehr. a. a. O. und V 40. Guttmann, Clavis Talmudis VIII 567 ff. S. noch Kuzari IV 3 und den Ausdruck a*öt? n»n j»jnnx TNeg. 62327. ow j. Joma VIc4g c»d^ D22 p^n Tanch. pto s. auch Jewish Encyci. VI 298. 4) Sohar II 271a III 287 a. 3*