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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 1 (1912) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
1 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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— 34 — Ueber die Dicke der einzelnen Himmel stimmen nicht alle Traditionen überein. Raba berechnet sie auf 1000 Parasangen, das wären 4000 Meilen, da 10 Parasangen 40 Meilen entsprechen. R. Juda aber gibt sich mit einer Dicke von 2400 Meilen zufrieden1). Vielleicht derselbe R. Juda gibt für die Dicke des Himmels eine Reise von 50 Jahren an, während die Gelehrten 500 Jahre fordern. Diese Ansicht hat auch die meisten Anhänger2). R. Josua setzt die Breite bloß auf zwei oder drei Finger herab, während R. Achi von R. Chanina tradiert, daß man nicht mehr als eine (dünne) Platte anzunehmen habe3). Der Weltschöpfung ist auch die des Menschen angemessen, d. h. wie die Welt ein Organismus im Großen, so ist der menschliche Organismus eine Welt im Kleinen (Mikrokosmos). Daher entspricht das Firmament dem Kopfe, Sonne und Mond den Augen, die Sterne den Haaren 4). Die Seele hat sieben Thore im Kopfe, wo ihr Wohnsitz ist: zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher und einen Mund. Dementsprechend wurden sieben Planeten und sieben Himmel geschaffen. Und wie die Welt ohne Planeten und Himmel nicht bestehen kann, so kann die Seele diese Tore nicht entbehren. Auch die Hirnschale wird dem Himmel verglichen. Wie die Schechinah am Himmel, der über dem Haupte der Chajöth ist, wohnt, so wohnt auch die Seele über der an der Hirnschale liegenden Haut. Wie die Haare sich vom Gehirne nähren, so auch die Engel vom heiligen Throne und wie der Kopf sieben Pforten hat, so sind um Gottes Thron sieben feurige Ströme5). Wird aber angenommen, daß der Kopf neun Glieder hat, so werden zu den sieben Himmeln noch einer über dem Kopfe der Chajöth und die Wolke unter den Füßen Gottes gezählt (IL Sam. 2210), daher wird Gott stolz genannt (HW hat den Zahlen wert neun), weil er sich über die nenn erhebt6). Nach einer anderen Einteilung entsprechen die sieben Pforten des Kopfes den sieben Planeten folgendermaßen: das rechte Auge ist die Sonne (Sonntag), das linke der Mond (Montag)*, das rechte Nasenloch ist Mars (Dienstag mardi), das linke Merkur (Mittwoch)-, das rechte Ohr ist Jupiter (Donnerstag), das linke Venus (Freitag), der Mund ist Saturn (Samstag). Eine ähnliche Einteilung erfahren die Fixsterne und *) Pesach. 94 a. 2) j. Berach I 2^Q 13a.21. nsa vnjn I Köd. 726 deutet auf die Dicke des Himmels, denn nsts sind fünf Fingerbreite und jede beträgt 100 Reisejahre. Jalk. z. St. 185. Gen. r. 6,6. Beth ham. III 166. 3) j. Berach I 2*70 n*yy*n *niw. Gen. r. 4,5 niynittt vtimi n*n»a nach R. Chanina ins? oder mn dlm. Gen. r. Theodor 29. Sohar I 24b B. Zoma gibt als Scheidewand zwischen den oberen und unteren Gewässern die Dicke einer Spange an nßts nms Kto. jChag. II 77b. 4) Beth ham. V 57 und Parall. dtk3 «12 wypn kuv no Bacher, Pai. Am. 1 413. 5) Chochmath ha-nefesch 5b, 25a 33a. Das Buch hat nach Welles Eliezer aus Worms zum Verfasser, Magyar Zsido Szemle 1911, 267. 6j Das. 10b Midr. Talpij. 18b.

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