Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 — Himmel, der Teufel einen noch höheren usw. bis sieben Himmel da waren, aber der Teufel stieg immer höher. Erst als Gott Amen sagte, tritt Stillstand ein. Gott befahl nun dem Engel Michael den Teufel mit seinen Himmeln auf die Erde zu schleudern. Dieser und seine Heeresmacht fielen wie Regen sechs Wochen hindurch nieder, manche fielen auf die Erde, andere blieben in der Luft hängen4). Nach einer anderen Sage schuf Gott den Himmel, um sich über die Erde zu erheben. Da Sataniel mit Gott wetteiferte, schuf er einen höheren, danach Gott einen dritten usw. bis endlich neun Himmel fertig waren. Als Sataniel den zehnten zu machen begann, stürzte ihn Gott in den Abgrund2). Nach der Lehre der Marcioniten gibt es einen „Gott der Gesetze"? die Materie und im dritten Himmel der gute und fremde Gott, dessen Sohn auf die Erde kommt3). Wenn auch die verschiedenen Versionen in bezug auf die Einrichtung der einzelnen Himmel nicht übereinstimmen, darin sind sie alle einig, daß der Thron und Wohnsitz Gottes nur im siebenten Himmel sein könne4). Jedoch war dem nicht immer so. Als Gott die Welt schuf, wollte er auf Erden einen ähnlichen Aufenthaltsort haben, wie im Himmel. Als aber Adam sündigte, erhob sich die Schechinah (Gottes Herrlichkeit) in den ersten; nach dem ersten Brudermorde in den zweiten: bei der Sünde des Geschlechtes Enosch in den dritten; beim Geschlechte der Sintflut in den vierten*, zur Zeit des Turmbaues in den fünften; we^en den Sünden Sodoms in " o den sechsten und endlich wegen der Sünde der Aegypter zur Zeit Abrahams in den siebenten. Dagegen erstanden sieben Fromme: Abraham, Isak, Jakob, Levi, Kehath, Amram und Moses; jeder von ihnen brachte die Schechinah wieder um eine Stufe zurück bis auf die Erde5). Dagegen behauptet R. Joße, daß weder die Schechinah jemals auf die Erde gekommen, noch Moses und Elijahu in den Himmel gestiegen seien6). Unterliegt es keinem Zweifel, daß Gott im siebenten Himmel wohnt, um so mehr muß mit Sicherheit angenommen werden, daß Sonne, Mond und Sterne im zweiten Himmel (rakia') ihren Platz haben. Spricht doch deutlich genug dafür die Bibel (Gen. ll7): Gott setzte sie in das Firmament der Himmel. Dieser Himmel zerfällt in sieben Stufen, die in unermeßlicher Hohe übereinander stehen. Jede Stufe dient zum Aufenthalt eines Planeten, der sein 1) Dähnhardt, a. a. 0. I 47. 2) Das. 67. Auch K. Joße kennt neun Himmel, die mit der Schechinah zusammen den zehn Decken des Stiftzeltes entsprechen. Sohar II 165 a. 3) Dähnhardt a. a. 0, 21 ff. 4) nmy aha »mp psö^ »mns ab nhm *n*nn c*y»p*i n;w Midr. Til. 9217. nmjl m ]nn nnx i? mi c*y>pi Tauch. 12102. 5) Gen. r. 19,7. Num. r. 13,2. Pesik. r. 5.7. Schir r. zu 5, u. Parall. Bei der Offenbarung hat Gott beschlossen, daß die Oberen herunter, die Unteren hinauf gehen. Ex. r. 12,6. 6) Sukka 5a Jalk II. Kön. 225.