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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 1 (1912) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
1 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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— 29 — Hindernisse — wie Moses bei seiner Himmelfahrt — aber er konnte sie überwinden und es gelang ihm zu sehen den Herrn aller Herrlichkeit (Christus), den Engel des heiligen Geistes und den Höchsten der Hohen. Dieser befahl Christus hinabzusteigen und überall die Gestalt derer anzunehmen, unter denen er sich aufhält. Bei der Rückreise aber, nach der Kreuzigung, ließ er sich schon erkennen und wurde bis zum siebenten Himmel allerseits mit Lobgesang empfangen1). Auch der Patriarch Levi sah im Traume sieben Himmel, von denen der erste finster von den Bosheiten der Menschen ist; im zweiten sah er Feuer, Hagel, Schnee für den jüngsten Tag vorbereitet; in den übrigen verschiedene Engel, im siebenten den Thron Gottes2). Das traurige Ende des Bar Kochba-Krieges und die Wut des römischen Kaisers (Hadrian), welche sich besonders gegen die Gelehrten Israels entfesselte, veranlaßteil den Hohenpriester R. Ismael nach entsprechender Reinigung in den sechsten Himmel zu fahren, wo er den Erzengel Gabriel traf und von diesem erfuhr, daß das Schicksal der zehn Märtyrer beschlossen sei. Bei Gelegenheit besichtigte er die Himmel und sah auch den Altar neben dem heiligen Throne. Die Engel machen zwar Gott den Vorwurf, warum R. Ismael eines so qualvollen Todes sterben müsse, aber Michael und Gabriel trösten alle zehn Märtyrer, daß sie sich dadurch würdig machen, auf diesem Altare geopfert zu werden3). Zu diesen Himmelfahrern gesellt sich auch der König Salomo, der täglich in den Himmel flog, um dort Geheimnisse zu erfahren4). Apostel Paulus kannte einen Mann, der in den dritten Himmel entrückt wurde5). Man könnte sich beinahe wundern, daß Aschmodaj, der König aller Dämonen, täglich in den Himmel fuhr und doch mit dem Könige Salomo erst auf Erden die beiden so unangenehme Bekanntschaft machte6). In den Mithras-Mysterien werden die beiden himmlischen Umwälzungen, die der Fixsterne, die der Wandelsterne und die Wanderungen der Seelen von einem Gestirne zum anderen dargestellt durch das Symbol einer Stufenleiter mit sieben Pforten und einer obersten achten, von denen jede einem der Planeten entsprach. Diese Leiter findet sich auch in dem parsischen Buche Viraf-Nameh. Unter der Leitung des Jzed Serosch steigt Viraf an den Sprossen *) Hennecke, Neutestam. Apokryphen 294ff. Da das Buch Jesaja von der christlichen Exegese für ihre Zwecke am meisten ausgebeutet wurde, war Jesaja für diese Vision am geeignetsten. Siehe Kautzsch a. a. 0. 122. 2) Kautzsch, Testament Levi 466. s) Beth ham. 11 65 ff. In der IL und III. Version der zehn Märtyrer steht einfach, daß R. I*niael in den Himmel ering, ist aher von sechs Himmeln nicht die Rede. Das VI 21. 31. Auch R. Simon b. Jochaj und sein Sohn Eleazar fuhren in den Himmel. Sohar I 4a. 4) Beth ham IL 87. 5) Kor. II 12.2. 6) Gittin 68 a.

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