Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 27 — Nichtdesto weniger ist es manchen hervorragenden Persönlichkeiten gelungen in die Himmel einzudringen und dort alle ihre Merkwürdigkeiten und Wunder zu sehen. Als Moses die Thora von Gott übernehmen wollte, ließ er sich vou einer Wolke aufnehmen, Gott öffnete ihm alle sieben Himmel und er hatte Gelegenheit, alle Herrlichkeit und Wunder bis zum Throne Gottes zu sehen. Natürlich ging das nicht ohne Schwierigkeit und Lebensgefahr, da sich ihm überall feuersprühende gewaltige Engel in den Weg stellten. Gott nahm ihn in Schutz, denn Moses mußte sich für das irdische Heiligtum das Muster vom himmlischen holen1). Auch Mohammed fährt in den Himmel bis zum Throne Gottes. Unterhalb des Thrones sah er vier Engel (entsprechend den vier •Chajöth), von denen einer die Gestalt eines Hahnes hatte, dessen Füße bis an den Abgrund der siebenten Erde reichten'2). Zu den Himmelfahrern, die nach gründlicher Besichtigung aller Wunder wieder auf die Erde zurückkehrten, gehört auch Baruch, Freund und Schreiber des Propheten Jeremia. Er beweinte den Sturz des jüdischen Reiches, als der Engel Phanuel f?iOj2) kam und ihn in die Höhe führte, um ihm alle Geheimnisse der oberen Welt zu zeigen. Im ersten Himmel sah er Menschen, die Gesichter wie Rinder, Hörner wie Hirsche, Füße wie Ziegen, Hüften wie Lämmer hatten. Das waren die Turmbauer Babels. Im zweiten sah er Menschen, die das Aussehen von Hunden und Hirschfüße hatten. Diese haben den Rat gegeben, den Turm zu bauen. Von da gingen sie in den dritten Himmel, wo er den Maimuni will die Existenz von sieben oder noch mehr Himmeln nicht in Abrede «teilen, sondern bloß beweisen, daß die niny benannte höchste Sphäre alle übrigen Sphaeren umgibt und da Gott jene bewegt, werden dadurch auch diese in Bewegung gesetzt. Dies beweist auch der Ausdruck Mi, wie der Reiter das Iloß leitet. Ferner sind unter den in den Himmeln sich befindenden Schätzen nur die von oben kommenden Kräfte zu verstehen, da sich dort keine Körper aufhalten können. Moreh Neb. I 70. f) Pesikta r. 20. Ausführlicher Macbsor Vitry 323 ff. 2) Grünbaum, Neue Beitr. 284. Die Anschauung von sieben Himmeln hat Mohammed von den Jaden übernommen. Koran 41 n. Geiger, Was hat Moham. 64ff. Die sieben Himmel nennt er auch oL\** 78,2 sieben " 1 "f ' " Festen Firmament oder auch ^JH5.I_~±? sieben Wege 2317 wie y»pTT »wj, Geiger, das. 66. Da nach jüdischer Tradition jttö Ex. 151T, I. Kön. 8,., als J1120 gedeutet und darauf bezogen wird, daß das Heiligtum auf Erden dem im Himmel entspreche (Tanch. Gen. 56 b, Num. r. 413, j. Ber. IV 8<*19, Mechilta Weiß 51a, Jalk. Ex. 253), so findet sich dieselbe Vorstellung in bezug auf die Kacba auch bei den Arabern. Im vierten Himmel nämlich ist ein der Kacba ähnliches Gebäude, genannt. Grünbaum a. a. 0. 37. Diese Kacba wurde zur Zeit der Sintflut in den vierten Himmel entrückt und später von Abraham neu gebaut, das. 110. Das Taan. 5a Midr. Til. 1223 erwähnte ntyö hu dwt findet sich auch im Neuen Testament Hebr. 12.,.,, Apok. 21 2, Gai. 4.G. Metatron zeigt dem Hohenpriester R. Ismael das Heiligtum und den Altar. Beth harn. VI 22.