Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 26 — Der sechste Himmel bedeutet ebenfalls Wohnung. Da finden sich die Vorratskammern von Schnee und Hagel, die Gemächer des schlechten Taues und der Tautropfen (C^n); Gemächer der Stürme, die Höhle des Rauches (Nebel) und die Türen aller sind von Feuer. Alle diese Vorräte (außer dem Tau) mußte dieser Himmel verlieren, als König David bat, Gott möge sie auf die Erde schicken. In der Tat heißt es Ps. 1487.8, daß sie sich auf der Erde befinden. Es paßte nämlich nicht, daß sich diese unheilbringenden Schätze im Himmel aufhalten, da sich nach Ps. 55 bei Gott nicht Böses aufhält3]. Der siebente Himmel endlich, rfcny, ist der erhabenste und reichlichst ausgestattete, weil er der eigentliche Wohnsitz Gottes ist. Da finden sich Recht, Gerechtigkeit, Tugend, Vorratskammern des Lebens, des Friedens und des Segens; die Seelen der Frommen, noch zu schaffende Geister und Seelen und der dereinst die Auferstehung bewirkende Tau. Ferner sind dort Ofannim, Serafim, heilige Tiere, diensttuende Engel und der Thron Gottes. Nach R. Achi b. Jakob gibt es über dem Haupte der Chajot noch einen Himmel, wie aus Ezek. 122 ersichtlich ist. Bis dahin ist es erlaubt über diese Dinge zu sprechen, weiter darf nicht geforscht werden4). „und segne dein Volk Israel" hervorgeholt werden. S. Rasi Chag 12 IV. ddi*. Das Wort und n:iy£ Deut. 3327 wird mit mps Gott in Verbindung gebracht, was L. Low und Grünbaum unter Berufung auf Philo mit to7üoc vergleichen. Ges. Sehr. I 179. 298. Sagenkunde 373. Zu uip »nS*? ruya bemerkt R. Jizchak: Wir wissen nicht, ob Gott die Wohnung der Welt, oder die Welt Gottes Wohnung sei, da es aber heißt Ps. 90, nnx jiyo 'n so folgt, daß.Gott die Wohnung der Welt und nicht diese seine Wohnung ist. Gen. r. 68,9. Dasselbe gilt von mpD das. S. Moreh Neb. I 70. 3) Wie von \v;ü das Fem. rwyo so wird von iiata auch rwttö gebildet. Im Midrasch der 10 Gebote steht bloß wbbu bw nvby während Chag I2b &bbv n»ty .a^jK n»byi a*jn steht, letzteres muß daher nach üiob 3828 guten Tau bedeuten. Nach Rasi z. St. ist auch dieser für die Früchte schädlich. Statt fraio mn hat Ghag. naio bw mm, das offenbar nnn heißen muß. knta*p :» rnyö fehlt Midr. 10 Geb. Wenn die ganze Einrichtung dieses Himmels auf die Erde versetzt wurde, so hätten wir seit König David einen überflüssigen Himmel, dem kein Beruf zugeteilt blieb. Zum Glück fehlt Ps. 1487.8 der Tau, dieser muß also dort geblieben sein. Die Bösen tragen Schuld, wenn der Ort der Barmherzigkeit zum Orte des Verhängnisses wird, denn auf die Sodomiten fiel ja Schwefel und Feuer vom Himmel herab, aber für Israel ist dort nur Tau zu haben. Tanch. *n*i 50a. 4j Daß nmy als Himmel gedeutet werden kann, folgt per analogiam aus Ps. 685 wo es heißt nmp sai und Deut 33 26 d*ö» Mi s. noch Ps. 68 34 und Jes. 19,. Belege für den Inhalt dieses Himmels sind: Ps. 8915 tastföi pr*'; Jes. 5917 ripis wsb*); Ps. 36lfl n«n np» "py; Ri. 624 mbm 'fi; Ps. 245 'rt naß xw>; I. Sana. 2529 a«nn imn 'n na; Jes. 571Rb, ps. 68,0a. nuij? wird nach mny Wüste erklärt und dafür spricht auch Ps 688 jio*»*a -pysa s. J. Ezra z. St. Die LXX ln\ Suckow leiten es von my Abend ab, wie nmj> Jer. 56 das Targ., dem auch D. Kimchi folgt mit K2?Di übersetzt. Auch Vulg.: super occasum und Peschito xxynb. In der Agada nimmt man sich auch Mühe das Wort zu erklären. R. Chalafta b. Jakob tradiert: „Gott sah die Taten der Frommen und sie waren ihm angenehm" orwya vby my, während R. Pinchas b. Chama erklärt: „Gott säet die Taten der Frommen und sie tragen Früchte", also aiy unfruchtbar wie nniy Wüste. Midr. Tillim 114. Auch aus my mischen wird das Wort hergeleitet, weil dieser Himmel aus Feuer und Wasser gemischt ist. Sohar II 165».