Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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- 25 — Ueber dem p7n ist der zweite Hiramel: rakia', in dem sieb Sonne, Mond und Sterne befinden (Gen. 1J7). Da sind den zwölf Stunden des Tages entsprechend zwölf Fenster angebracht. 365 Engel bewachen die Sonne und begleiten sie von Fenster zu Fenster, damit sie nicht in einer Stunde die ganze Welt umkreise. Dieselben Engel begleiten auch den Mond aus demselben Grunde. So wie die Sonne aufgeht, stimmen sie Loblieder an und hören nicht auf bis Sonnenuntergang, dann bücken sie sich und sagen: Wir haben deinen Befehl vollzogen (Deut. 2614). Das ist auch Hiob 3835 gemeint: Du schickest Blitze und sie gehen und sagen: Hier sind wir1). Der dritte Himmel heißt CpHl^. Wie das Wort zeigt, gibt es dort Mühlen, die für die Frommen Manna mahlen. Die Frommen genießen in der künftigen Welt Manna, wie dies ausdrücklich im Buche der Psalmen gesagt wird2). Diesem folgt der vierte Himmel: "TCT Wohnung (aram. THD Jes. 6315). Da steht ein Altar und der Engel Michael, der Hohepriester und Fürst Israels steht am Altare und opfert täglich die Seelen der Frommen. Dieses Amt wird er so lange bekleiden, bis das Heiligtum in Jerusalem wieder errichtet wird. Dann wird dieses Heiligtum auf die Erde versetzt3). Als fünfter Hiramel folgt pyft das auch Wohnung bedeutet. Da halten sich die Gruppen diensttuender Engel auf, die in der Nacht Loblieder anstimmen, bei Tag aber schweigen, weil da Israel seine Psalmen singt. Auch Vorratskammern des Segens sind da zu finden4). Lehnwörter II 236 hält p^i irrtümlich fär den siebenten Himmel. Nach Midr. 10 Gebote hat p^i Fenster, durch welche die diensttuenden Engel das Tun und Lassen der Menschen beobachten. Beth hani. I 63. Am Anfange gab es keine Sonne. Ein Vorhang war zwischen Himmel und Erde ausgespannt, so daß es hinieden immer dunkel war. Dem Raben gelang es endlich die Sonne zu befreien. Döhnhardt, a. a. 0. III 115. -1) Der Vers ist bejahend zu übersetzen und unter wpi2 sind Engel zu verstehen. Jalk. z. St. 925. 2) ^23 24- Das Wort steht in derselben Bedeutung im Singular Ps. 897.38, im Plur. Hiob 371S; parall. mit Deut. 33,6 Jes. 458; statt cto Fs. 1812. Ibn Ezra zu Hiob 37 18. In diesem Himmel befindet sich die ganze Macht Gottes: Kraft Ps. 68 35 Stolz Deut. 3326 Herrlichkeit Ps. 782? wo die Schechinah bedeutet; Tbora Ps. 6835 wo mit ny die Thora gemeint ist; Jerusalem Jes. 458 das auch pis heißt; Heiligtum Ps. 966. Das Wort kann auch aus pnfr spielen erklärt werden, weil dort vor Gott mit Instrumenten gespielt wird, oder aber wpnv weil dort 1018 Lager die Schechinah umgeben. Wenn man nämlich den Buchstaben v dreimal nimmt und das d am Ende wegläßt, so ergibt sich der Zahlen wert von 1018. Beth harn. III 21. 3) Ueber Michael s. Blau, Magyar Zsido Szemle 1905, 245. Jewish Encyclop. VHI 537 Michael as high priest. Mich, wird Fürst oder großer Fürst genannt Dan. 10,3 2i« l^r Man läßt auch Michael jeden Samstag im Himmel Messe lesen. Güdemann, Erziehw. IL 36. 4) Ps. 429 „Des Tags befiehlt Gott seine Gnade" wird dahin gedeutet, daß er den Engeln zu schweigen befiehlt und „des Nachts ist sein Lied mit mir" bezieht sich auf die Engel, während die Schätze des Segens aus Deut. 2615