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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 1 (1912) · p. Seite 20

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
1 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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— 20 — denn yin bedeutet Himmel1). Darüber herrscht kein Zweifel in der Tradition, daß der Himmel die Form einer Wölbung hat. Auch wenn die Himmel wie Zwiebelblätter übereinander liegend dargestellt werdeu7 muß an eine Wölbung gedacht werden2). Um jedem Zweifel vorzubeugen, wird das Himmelsgewölbe näher erklärt: Die Mitte des Himmels geht stets in die Höhe, ihre Kugel gleicht einem ausgebreiteten Zelte, dessen Enden nach unten, dessen Mitte nach oben geht und alle Menschen wohnen darunter. Darauf bezieht sich Jesaj. 4022: „Er breitet sie aus wie ein Zelt zum wohnen3). Ist nun der Himmel gewölbt, so muß der Saum eine Stütze haben, damit das Gewölbe nicht einstürze. Da aber die Erde von Wasser umgeben ist, so liegt der Gedanke am nächsten, daß der Saum des Himmels auf dem Wasser ruhe4). Diese Ansicht ist auch populär. Aus Jes. 66 22 — so lehrt R. Jannaj — folgt, daß die Himmelsheere d. i. die Gestirne täglich erneut werden. Beweis: wenn die Sonne untergeht, badet sie im Wasser des Ozeans und ihre Lichter erlöschen, wie wenn man Feuer im Wasser löscht. So leuchtet die Sonne die ganze Nacht nicht, bis sie wieder nach Osten kommt, da badet sie wieder im Feuerstrome des nur, ihr Licht entzündet sich, wie wenn man ein Licht anzündet und so *) >Mpi nsin )w j?*pm ns»ro nhyüh im« nbyn Gen r. 44,12. Tanch. Dösitz? Beth. hani. III 42. Die Stelle in Gen. r. 4,5: na*2 nsnan p ntyitti n:n:'^ höh y*pvt muß nach David Luria heißen: nsnn ns»:n jn nbyvhi n&2? non y»pin und ist nach J. W. Einhorn so zu verstehen: Das Firmament mit dem unteren Wasser gleicht einem Teiche mit einer Wölbung. Das untere Wasser ist der Ozean (Teich), das Firmament eine Wölbung über dem Teiche. Der Unterschied beider Ansichten besteht im Orte, wo der Teich sich befindet, über oder unter der Wölbung, aber das Firmament ist jedenfalls eine Wölbung (ns^r). 2) D^sa h^s yhs yha ]*';*pn in^Di Sohar III 9b. 3) Pirke, R. El. c. 3 Chag. 12a Tossaf. Tw. ipcö. In den meisten Fällen, wo von der Weltschöpfung die Rede ist, wird Gott mit einem Baumeister verglichen (just* Prov. 8:30 wird als pw gebraucht), der einen Palast baut. Gen. r. 1.1. So fiuden wir die Schöpfung auch bei Philo erklärt, de opificio mundi. s. Bacher, Pal. Am. I 107. Wie die Schöpfung mit dem Bau eines Palastes, so wird sie auch mit dem eines Schiffes verglichen und annsui Jes. 425 bedeutet vauTYjc- Gen. r. Theodor 110 ff. R. Eliezer erklärt im Namen R. Jakobs in bezug auf Prov. 25 4 „Es tritt hervor das Werk des Künstlers", das deutet auf die Art hin, wie die Schöpfung ans Licht trat. Wie wenn in einer mit zwei schönen Metallscheiben (D*DipDin Stazoc) versehenen Badewanne die Scheiben erst dann sichtbar werden, wenn die Wanne nicht mit Wasser gefüllt ist, so trat das Schöpfungswerk von Himmel und Erde erst ans Licht, als nicht mehr das töhu vabohu die Welt bedeckte. Gen. r. 10,2. Jalk. Gen. 2. Jalk Prov. 961. Kosmas, von dem weiter die Rede sein wird, vergleicht die obere Welt über dem Firmamente mit einer Wanne, hält aber den Himmel für eine Scheibe. 4) c»et?n mxp p«n mxp ]»a Dtt»piN cnna nn cu**piN c*e»n »oipnp c»»nß on zwpia »d^d by c*ö»n mspi Pirke R. El. 3ß und Parall. Dem Touristen R b. b. Chanah zeigte sein arabischer Cicerone den Ort, wo sich Himmel und Erde küssen, aber schon Rasi bemerkt, daß sie unmöglich dort waren, wo der Himmel endet. B. bathr. 74*. Alexander d. Große soll einen großen Bau aufgeführt und diesen mit einer Himmelsgestalt versehen haben. Diesen Bau hat R. b. b. Chanah gesehen. Müller, ni:iwn 'tr;Y? nnso 22.

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