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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 1 (1912) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
1 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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— 18 — wurden die Hütte der Finsternis und die Wolken der Herrlichkeit, dann wieder Feuer mit Wasser, dieser Mischung verdanken die heiligen Chajöth ihre Existenz1), Man läßt den Himmel auch aus dem Lichte des göttlichen Gewandes entstehen. Gott nahm davon, breitete es wie ein Kleid aus und es dehnte sich so lange, bis er sagte: genug ("H), daher der Gottesname H£'2). Mit der Frage beschäftigt sich auch die Philosophie. Saadja Gaon polemisiert gegen diejenigen, die behaupten wollen, der Himmel sei nicht aus den vier Elementen, sondern aus einem fünften geschaffen, aus dem die Sphären und Gestirne geschaffen sind, und will den Himmel aus Feuer geschaffen wissen3). Die Elemente, von denen gewöhnlich gesprochen wird, sind: Feuer, Luft, Wasserr Erde. Philo jedoch kennt folgende: Erde, Wasser, Luft und Himmel. Er hat für Feuer Himmel, weil er den Himmel für das reinste Feuer hält. Abraham b. Chija im Buche „Betrachtungen der Seele" erklärt das IPin für den Urstoff (öXyj) und 1P1D für die Form, welche dieser Stoff angenommen hat. Dieser Formen gibt es dreierlei: Für sich selbst bestehend und körperlos, im Körper sich befindend, aber von demselben untrennbar; im Körper sich befindend^ aber stets sich verändernd und eine andere Gestalt annehmend. Der ersten entspricht das am ersten Tage geschaffene Licht, worunter auch das Ps. 1484 „über den Himmeln sich befindende Wasser" zu verstehen ist. Die zweite Form ist die am zweiten Tage geschaffene Ausdehnung, die zwischen Wasser und Wasser unterscheidet, d. h. zwischen der ersten und dritten Form, welch letztere sich auf die Schöpfungen des dritten bis sechsten Tages bezieht. Auch hier bedeutet CD nicht Wasser. In bezug auf die Erklärung von töhu vaböhu stimmt Nachmani ganz mit Abraham b. Chija überein, stellt sich aber die Schöpfung folgendermaßen vor: Aus dem Urstoffe entstanden die vier Elemente: die erste Form bildet die Erde, diese umgibt das Wasser, dieses die Luft und diese das Feuer, d. i. der Himmel4). Die vier Elemente *) Midr. Konen lb. In der Erklärung des Wortes dusi?, wonach an seiner Rechten Wasser, an der Linken Feuer ist, er selbst ist in der Mitte, wird von beiden Seiten genährt, ist nicht klar, was unter „Mitte" zu verstehen sei. Jalk. Hub. 4 b. 2) Maimuni, Moreh II 26 zitiert diese Stelle aus Pirke R. Elieser c. 3 und folgert daraus, daß Himmel und Erde aus zwei verschiedenen Materien geschaffen wurden. Er bekräftigt diese Ansicht mit mehreren Beweisen, weil die Platoniker sich zur Schöpfung mit einer einzigen Materie begnügen, wozu auch G-abirol beistimmt, s. Münk z. St. 3) Em. Ved I. Auch widerlegt er Epikurs Ansicht, daß Himmel und Erde von selbst, durch Zufall (mp&) entstanden, so daß die Materien aneinander stießen, die leichten in die Höhe gingen und zum Himmel wurden die schweren hingegen in die Tiefe sanken. 4) Gen. 12. Bacher, Bibelexeg. der jüd. Religionspbil. 85. Abraham ibn Ezra versteht unter y>pi die Luft. Gen. lß. Nach Levi b. Gerson ist inn die Form und im die Materie. Diese ist der Träger der ihr vorangehenden Form, also nin-n darin — in der Materie — ist die Form enthalten. Milcham. VI 4. Daß der Himmel aus Feuer und Wasser besteht, ist so zu erklären: Der Himmel

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